150 Jahre Historische Kommission
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

1997 feiert mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch ihre älteste wissenschaftliche Kommission, die Historische Kommission, ihr 150-jähriges Bestehen. In ihrer ersten Sitzung am 24. November 1847 beschloß die damals "philologisch-historische" und heute philosophisch-historische Klasse auf Vorschlag des Vizedirektors des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Josef Chmel die Edition österreichischer Geschichtsquellen. Die Durchführung dieses Vorhabens wurde einer Kommission übertragen. Der Grundsatz, alle wesentlichen Regionen der österreichischen Monarchie einzubeziehen, so auch die böhmischen, ungarischen, polnischen und italienischen Länder, stand im Sinne, "vaterländische Geschichte zu fördern", am Beginn der Tätigkeit. In den folgenden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sollten nationale Entwicklungen auch in der historischen Forschung Mitteleuropas vielfach in den Vordergrund treten. In den letzten Jahren wurde in der Kommission an die ursprünglichen übernationalen Ansätze in neuer Form verstärkt angeknüpft.

Seit 1993 geführt von Richard G. Plaschka als Obmann und Gerald Stourzh als Obmann-Stellvertreter sowie seit Anfang 1997 von Grete Walter-Klingenstein als Obmann-Stellvertreterin gehören der Historischen Kommission derzeit 26 Mitglieder an, die spezielle historische Fachrichtungen und Nachbarfächer vertreten. Thematisch befaßt sich die Historische Kommission mit der Geschichte Österreichs im Umfang der heutigen Republik, bezieht aber ebenso die ehemals zur Habsburgermonarchie gehörenden Länder in ihren Untersuchungsradius mit ein und trägt so der zentraleuropäischen Position Österreichs besonders Rechnung. Demgemäß nimmt sie die Erarbeitung von Forschungsprojekten unmittelbar und über nationenübergreifende Komitees wahr. Fachliche Verbindungen darüber hinaus, so zu Rußland und Israel, ergänzen diese internationale Zusammenarbeit.

Derzeit bestehen im Rahmen der Kommission acht Komitees - mit Belgien, Deutschland, Italien, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn - und zwei Arbeitsgruppen mit Bulgarien und Rumänien. Ihre Themenstellungen sollen wesentliche, sich aus der modernen Entwicklung ergebende Fragen und Forschungslücken im bi- und multinationalen Feld aufarbeiten und zur zeitgemäßen Durchdringung des zentraleuropäischen Geschichtsbildes und von diesem ausgehend zum gesamteuropäischen Geschichtsbild beitragen. Im folgenden einige Beispiele durchgeführter und laufender Arbeitsprojekte auf Kommissions- und Komiteebene.

 

Arbeiten auf Kommissionsebene

Beispiele für in den letzten Jahren durchgeführte Arbeiten:

Beispiele für in Erarbeitung befindliche Projekte:

 

Beispiele für Arbeiten auf Komiteebene

Die Historische Kommission präsentiert sich somit als wissenschaftliche Institution mit zeitangemessenen Aufgabengebieten, deren Chancen und Möglichkeiten wohl auch in der Zukunft in der europäischen Positionierung Österreichs wie auch in der immer stärker werdenden internationalen Vernetzung einschließlich gesamteuropäischer und weltweiter Fragestellungen zu sehen sein werden.

Die Historische Kommission gibt drei Publikationsreihen heraus.

 

Vorsitzende der Komitees der Historischen Kommission

Komitee "Österreich und Belgien": Moritz Csáky, Grete Walter-Klingenstein
Komitee "Österreich und Deutschland": Helmut Rumpler, Herbert Matis
Komitee "Österreich und Italien in neuerer Zeit": Brigitte Mazohl-Wallnig
Komitee "Österreich und Polen": Walter Leitsch
Komitee "Österreich und Slowakische Republik": Richard G. Plaschka
Komitee "Österreich und Slowenien": Andreas Moritsch, Arnold Suppan
Komitee "Österreich und Tschechische Republik": Richard G. Plaschka, Gerald Stourzh
Komitee "Österreich und Ungarn": Horst Haselsteiner, Moritz Csáky
Arbeitsgruppe "Österreich und Bulgarien": Horst Haselsteiner, Max Demeter Peyfuss
Arbeitsgruppe "Österreich und Rumänien": Max Demeter Peyfuss


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Letzte Änderung: 13.11.1997 22:46