Start des Satelliten Equator-S mit österreichischer Beteiligung 

Für den 2. Dezember 1997 um 11:36 MEZ (Ausweichtermin 3. Dezember, 01:42 MEZ) ist in Kourou, Französisch Guayana der Start einer Rakete vom Typ ARIANE-4 angesetzt. Mit an Bord befindet sich der vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München entwickelte Satellit EQUATOR-S. Dieser ist Teil einer internationalen Forschungsinitiative zur Untersuchung der Wechselwirkung des Sonnenwindes mit dem Magnetfeld der Erde. Das geschieht durch die Messung von elektrischen und magnetischen Feldern in Verbindung mit der detaillierten Erfassung der räumlichen Verteilung und der Energien der geladenen Teilchen.

Auf dem Satelliten befindet sich neben anderen wissenschaftlichen Instrumenten ein Gerät zur Regelung des elektrischen Potentials der Satellitenoberflächen (Potential Control Device/PCD), das unter der Federführung des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz (Direktor: Professor Willibald Riedler) entwickelt wurde. Dieses Institut stellt den wissenschaftlichen Projektleiter für das Gerät (Dr. Klaus Torkar) und zeichnet für die Entwicklung der Digitalelektronik und das Datenmanagement verantwortlich. Projektpartner sind das Space Science Department der europäischen Weltraumorganisation ESA bei ESTEC in den Niederlanden, das Österreichische Forschungszentrum Seibersdorf und das Institut NDRE, Norwegen.

Das Instrument PCD minimiert die elektrische Aufladung des Satelliten durch die Aussendung eines Ionenstrahls und ermöglicht dadurch besonders genaue Messungen. Das "Herz" von PCD bilden Ionenemitter auf Flüssigmetallbasis mit Indium als Ausgangsmaterial. Durch Anbringen hoher Spannung von mehreren tausend Volt an eine Emitternadel wird flüssiges Metall, das diese Nadel bedeckt, verdampft und ionisiert.

Der Satellit EQUATOR-S soll nun zwei Jahre lang den äquatorialen Bereich des äußeren Erdmagnetfeldes durchkämmen und die für die Jahre 2000 bis 2002 vorgesehenen Messungen der Satelliten CLUSTER-II vorbereiten und komplettieren. Die bei ihrem Erstflug am 4. Juni 1996 explodierte Rakete ARIANE-5 hatte vier Satelliten (CLUSTER) an Bord, die vergleichbare Meßaufgaben in jenen Gebieten hatten, wo Magnetfeldlinien aus hohen Breitengraden mit dem Sonnenwind in Wechselwirkung treten. Die Satelliten werden unter der Bezeichnung CLUSTER-II nochmals gebaut, um die Messungen nachzuholen. PCD ähnelt dem Gerät ASPOC, das auf den vier CLUSTER-II-Satelliten zum Einsatz kommen wird.
 
Nähere Informationen:   Institut für Weltraumforschung der ÖAW
    Prof. Willibald Riedler (Tel. 0316 463696-14) 
    Dr. Klaus Torkar (Tel. 0316-463696-25)
Internet: http://www.iwf.oeaw.ac.at/_exp/english/pcdeqs/pcdeqs.html


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Letzte Änderung: 07.07.2000 13:38