Projektbeschreibung
 
 
  • Für die keltische Religion besitzt das Inschriftenmaterial aus der Antike einen besonderen Stellenwert, weil es die altkeltischen Götternamen, die verschiedenen Votivgaben und zudem die Stifter diverser Kultobjekte reichlich dokumentiert.

  • Die über die ehemaligen Siedlungsgebiete der Kelten verstreuten Inschriften haben jedoch bislang keine umfassende und systematische Bearbeitung erfahren. Aus diesem Grund hat sich die Prähistorische Kommission entschlossen, ein selbständiges, internationales Projekt zu starten, welches die globale Erfassung, Auswertung und Neuedition der antiken epigraphischen Denkmäler zur keltischen Religion zum Ziel hat. Dieses Großprojekt FERCAN ergänzt sich inhaltlich wie sachlich mit dem Parallelprojekt von Gerhard Dobesch, die literarischen Quellen aufzuarbeiten.
    Angestrebt wird freilich nicht nur eine vollständige Sammlung der epigraphischen Zeugnisse, wobei Monumentalinschriften und Kleininschriften gleichermaßen erfaßt werden sollen, sondern auch ihre subsequente, auf den neuesten archäologischen Forschungen zu Heiligtümern, Kultstätten und Kultobjekten basierende religionshistorische, soziologische und sprachwissenschaftliche Kommentierung, desgleichen ihre integrative Auswertung.

  • Die nach römischen Provinzen und keltischen Stammesterritorien gesammelten Schriftzeugnisse sollen sukzessive in einem neuen, von der ÖAW herausgegebenen Reihenwerk des CORPVS-FERCAN veröffentlicht werden. Dieses wird auch die Übersetzung der (zumeist) lateinischen Texte enthalten. Für die Auswertung altkeltischer Sprachdenkmäler ist ein eigener Band vorgesehen, der an anderer Stelle erscheinen soll.

  • In der finalen Projektstufe sollen überdies alle aus der Neubearbeitung des vorhandenen epigraphischen wie literarischen Quellenmaterials gewonnenen Erkenntnisse in einem Lexikon der altkeltischen Götter und sakralen Termini zur Darstellung kommen.

  • Um möglichst viele Aspekte der keltischen Religion zu beleuchten, wurde ein interdisziplinäres Forscherteam auf die Beine gestellt, in das neben Sprachwissenschaftlern, Historikern und Epigraphikern auch Archäologen eingebunden sind. Regelmäßig stattfindende Werkstattgespräche sollen die inhaltlichen und methodischen Probleme beider Projekte erörtern.

  • Literatur:
    M. Hainzmann, Projekt F.E.R.C.AN. Fontes Epigraphici Religionis Celticae Antiquae. In: AnzPhilHist 143 (1), 1997-99, 95-102.
    M. Hainzmann, ZCP 52, 2001, 211-218.