Iupiter-Altar mit Darstellung des keltischen Radgottes (Taranis?)
(Fundort: Gerling bei Moos, Noricum)
 
 
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IOVI O M
TI CLAVDIVS
SONI FIL
PROVINCIALIS
[V] S [L M]

 
 
Iovi O(ptimo) M(aximo)
Ti(berius) Claudius
Soni fil(ius)
Provincalis
[v(otum)] s(olvit) [l(ibens) m(erito)]

 
 

Für Jupiter, den Besten und Größten, hat Tiberius Claudius Provincialis, des Sonius Sohn, gerne und nach erwiesener Wohltat sein Gelübde erfüllt.
 

Kurzkommentar:
Der vom Donaulimes stammende Sandsteinaltar ist eines der wenigen ikonographischen Zeugnisse keltischer Gottheiten auf norischem Boden. Er dokumentiert auf anschauliche Weise das Nebeneinander einheimischer Religionsvorstellung und mediterraner Götterwelt. Die Tatsache, daß dieses Reliefbild im "Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae" übergangen wurde, zeigt einmal mehr die Notwendigkeit, das Quellenmaterial zur altkeltischen Religion gründlich aufzuarbeiten.
 

Literatur:
CSIR Österreich III. 3 Nr. 79. ILLPRON Nr.936;
LIMC VII 1, 843 ff. (s.v. Taranis, wo dieses Testimonium nicht aufscheint).
M.J. Green, Dictionary of Celtic Myth and Legend, 1992, 205ff.
H. Birkhan, Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur, (2.Aufl.) 1997, 585ff.
B. Maier, Lexikon der keltischen Religion und Kultur, 1994, 308.