24.11.2015

Vier neue ERC-Starting Grants

Die Forschungsvorhaben von Katharina Rebay-Salisbury, Andreas Bergthaler, Christoph Bock und Grigory Kessel werden mit den hochdotierten Förderpreisen des European Research Council ausgezeichnet.

Mit der Archäologin Katharina Rebay-Salisbury, dem Immunologen Andreas Bergthaler, dem Bioinformatiker Christoph Bock und dem Byzanzforscher Grigory Kessel werden in diesem Jahr gleich vier Nachwuchswissenschaftler/innen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für ihre als herausragend bewerteten Forschungsvorhaben mit einem hochdotierten Starting Grant des European Research Council (ERC) ausgezeichnet. Der mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro Fördergeldern verbundene Preis wird am Institut für Orientalische und Europäische Archäologie (Katharina Rebay-Salisbury), dem CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin (Andreas Bergthaler und Christoph Bock) und dem Institut für Mittelalterforschung (Grigory Kessel) in den kommenden fünf Jahren in die Forschungsprojekte der ausgezeichneten jungen Forscher/innen fließen.

Am Institut für Orientalische und Europäische Archäologie wird Katharina Rebay-Salisbury die Mutterschaft sowie soziale Reaktionen auf Schwangerschaft, Geburt und Kinderbetreuung in der europäischen Urgeschichte untersuchen. Anhand von Fallstudien im Zeitraum von 3.000 bis 15 v. Chr. soll dabei eine Bewertung des Zusammenhangs zwischen Fortpflanzung und dem sozialen Status von Frauen in prähistorischen Gesellschaften gelingen.

Andreas Bergthaler konzentriert sich in seinen Forschungen am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin auf  die Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel und Entzündungen. Sein Institutskollege Christoph Bock wird den Starting Grant in Forschungsfeldern aus der Krebsbiologie und -therapie einsetzen: Bocks Bioinformatik-Forschungsgruppe wird unter anderem untersuchen, welchen Einfluss das Epigenom auf das Genom einer Krebszelle, auf ihre Reaktion auf Medikamente und auf deren Wirksamkeit hat.

Grigory Kessel, der mit seinem ERC-Starting Grant von der Universität Marburg an die ÖAW wechselt, wird sich ab 2016 am Institut für Mittelalterforschung mit mittelalterlichen Übersetzungen naturwissenschaftlicher und philosophischer Schriften befassen. Die Untersuchung der Übertragungen zwischen dem Griechischen, dem Syrischen und dem Arabischen soll verdeutlichen, wie stark die Naturwissenschaften im mittelalterlichen Nahen Osten auf die gemeinsame Tradition des griechischen Altertums zurückgehen und welche Rolle Sprache in der Wissensvermittlung, auch zwischen christlichen und muslimischen Gelehrten, spielte.

Mit den vier neuen ERC-Starting Grants steigt die Anzahl der an den Instituten der ÖAW für herausragende Forschungsleistungen eingeworbenen höchstdotierten Forschungspreise des ERC weiter. Sie beläuft sich nun, einschließlich der Advanced Grants, der Consolidator Grants und der Proof of Concept Grants, auf 33 Auszeichnungen seit Beginn der Vergaben.