13.03.2017

VERFASSUNGSRECHTLER KARL KORINEK GESTORBEN

Der frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofes verstarb im Alter von 76 Jahren. Die ÖAW trauert um ihr wirkliches Mitglied.

Es ist in vielerlei Hinsicht ein enormer Verlust: Mit dem Ableben von Karl Korinek am 9. März 2017 verlieren die Wissenschaften, das österreichische Staats- und Verfassungswesen und die Öffentlichkeit einen außergewöhnlichen Menschen, der das Verfassungswesen Österreichs über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Mit tiefer Betroffenheit nahm auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) das Ableben ihres wirklichen Mitglieds zur Kenntnis.

Korinek lehrte und forschte zwischen 1973 und 2003 an den Universitäten Wien und Graz sowie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Der gebürtige Wiener, der mehr als 200 Publikationen verfasste, galt als einer der einflussreichsten Wissenschaftler seines Fachs. Von 2003 an war er Präsident des Verfassungsgerichtshofes, wo er seinem unermüdlichen Kampf für die Verteidigung des Rechtsstaates größten Nachdruck verleihen konnte. Für seine Verdienste in dieser und zahlreichen anderen Funktionen wurde er unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich und dem Großen Kardinal Innitzer-Preis ausgezeichnet.

In seinem persönlichen Umfeld war Korinek als Mensch von höchster Integrität bekannt, der sich von tiefen inneren Überzeugungen nicht abbringen ließ. Auch an der ÖAW genoss Korinek, der im Jahr 2000 zum wirklichen Mitglied gewählt wurde, größten Respekt seiner Kolleg/innen. 

Die Akademie verabschiedet sich nun mit Dankbarkeit von einem Mitglied, das sich stets mit Hingabe und Engagement für den Rechtsstaat und für die Wissenschaften eingesetzt hat.