23.01.2017

Ignaz L. Lieben Preis geht an ungarischen Komplexitätsforscher

Illés Farkas erhält die höchstdotierte Auszeichnung der ÖAW. Verleihung und Podiumsdiskussion mit führenden Komplexitätsforschern am 2. Februar 2017.

Illés Farkas von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Eötvös Lorand Universität in Budapest wird mit dem Ignaz L. Lieben-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ausgezeichnet. Der Experte für Statistische und Biologische Physik erhält die mit 36.000 Dollar dotierte Auszeichnung für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Komplexitätsforschung.

Der knapp 40-jährige Farkas arbeitet an mathematischen Methoden zur Simulation komplexer Realitäten. Dadurch können etwa die Bewegungsmuster großer Gruppen, seien es Vogelschwärme oder Verkehrsteilnehmer, besser verstanden werden. So hat Farkas die Dynamiken studiert, die bei Massenpaniken entstehen und Algorithmen zum Verhalten von Fußgängerströmen entwickelt. Auch vor der Wissenschaft selbst macht Farkas in seiner Forschung nicht Halt. Seine mathematischen Ansätze ermöglichen es, die Entwicklung wissenschaftlicher Ideen nachzuverfolgen. Dadurch lässt sich etwa beschreiben, wie Ideen in einem Spezialgebiet im Lauf der Zeit oft von anderen Fachbereichen aufgegriffen werden und in der Folge sogar einen Bedeutungswandel erfahren können.

Die Preisverleihung an Illés Farkas findet am 2. Februar 2017 an der ÖAW in Wien statt. Begleitet wird die Übergabe von einer Podiumsdiskussion mit führenden Komplexitätsforschern. Der österreichische Chemiker Peter Schuster spricht mit Dirk Helbing, Computerwissenschaftler an der ETH Zürich, dem deutschen Philosophen Klaus Mainzer sowie dem Preisträger Illés Farkas über die neuesten Erkenntnisse und Anwendungsmöglichkeiten der aufstrebenden Wissenschaft, der immer wieder großes Zukunftspotential attestiert wird.

Die ÖAW fördert mit dem Ignaz L. Lieben-Preis hervorragende Nachwuchswissenschaftler/innen aus Molekularbiologie, Chemie oder Physik. Der 1863 gestiftete Preis wird einmal im Jahr vergeben und steht jungen Forscher/innen offen, die ihre Leistungen in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn oder in Österreich erbracht haben.