Die Kulturgeschichte des antiken Uḍḍiyāna
vom 4. bis zum 8. Jh. n. Chr.



Bearbeiterin

Anna Filigenzi


 

 

Ziel dieses vom FWF (Projekt Nr. P21902) geförderten Projekts ist es, die Kulturgeschichte des antiken Uḍḍiyāna (des heutigen Swat in Nord-Pakistan) während der noch weitgehend unerforschten Zeit zwischen dem 4. und dem 8. Jh. n. Chr. zu beleuchten. Dazu wird eine Analyse aller vorliegenden Quellen erfolgen, wobei vor allem die neuesten Erkenntnisse aus den Bereichen der Archäologie, der Kunstgeschichte, der Numismatik und der Geo-Informatik Auswertung finden sollen.

Diese Periode ist von enormer Bedeutung nicht nur für Uḍḍiyāna selbst, sondern auch für weite Teile der Gebiete jenseits der großen Bergmassive des Hindukush, Karakorum und Himalaja. Der wirtschaftliche, politische und kulturelle Austausch in dieser Region – sicherlich auch durch ein komplexes Netzwerk von Handels- und Pilgerrouten begünstigt – muß sehr intensiv gewesen sein. Das Projekt konzentriert sich auf drei Perioden bzw. Aspekte der Geschichte von Uḍḍiyāna, welche bis heute problematisch sind:

1) Swat während der Herrschaft der Huṇa (4.–6. Jh. n. Chr)
2) Swat während der Herrschaft der afghanischen Shahis im 7. (?) Jh. n. Chr.
3) Besonderheiten und geographische Ausdehnung der verschiedenen Glaubensrichtungen (Buddhismus und andere Religionen) in der Post-Gandhara Zeit: diese Fragen besitzen nicht nur im Hinblick auf die religiöse Kultur, sondern auch im Hinblick auf die politischen Strukturen große Relevanz.

Grundsätzliches Forschungsziel ist die Sammlung, Digitalisierung und kritische Evaluierung aller vorhandenen, relevanten – teilweise noch unpublizierten – Quellen und Materialien, um ein möglichst umfassendes und zuverlässiges Bild des spätantiken Uḍḍiyāna zeichnen zu können. Damit soll eine solide Grundlage für weitere Untersuchungen zum vielfältigen Austausch zwischen Uḍḍiyāna und den benachbarten Regionen, von Afghanistan bis zum Oberen Indus und dem Westlichen Himalaja, in der Zeit vor der islamischen Invasion und dem Auftauchen eines neuen geo-politischen Panoramas geschaffen werden. 


 
 
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Letzte Änderung: 30.10.2009