Moneta Imperii Romani (MIR) 29: Gordianus III.
 
 
Bearbeiter

Alexander Ruske


 

 

Kaiser Gordianus III. (238-244 n. Chr.) regierte zu einer Zeit, als das römische Reich den Zenit seiner Macht bereits überschritten hatte. Sein Vorgänger Maximinus I. Thrax, selber durch einen coup d’état an die Macht gekommen, wurde gewaltsam gestürzt. Nicht weniger als sechs römische Kaiser sah das Jahr 238, ehe sich mit der sechsjährigen Regentschaft des jungen Gordianus die Lage für kurze Zeit normalisierte. Noch vor seinem 20. Lebensjahr starb der Kaiser, während er sich auf einem Feldzug gegen das Sasanidenreich befand. Er fiel wohl seinem Nachfolger Philippus I. Arabs zum Opfer.

Numismatisch fällt in seine Zeit eine zentrale Änderung, die Aufgabe der Denarprägung. Caracalla ließ 215 erstmals das Doppelstück, den sogenannten Antoninian, ausprägen. Obwohl als Doppeldenar gedacht, betrug der Metallwert der Münze nur das 1 ½-fache eines Denars. Man kann ihn daher als die erste Kreditmünze bezeichnen. Der Antoninian, rasch von Caracallas Nachfolger Elagabal eingestellt, tauchte im Krisenjahr 238 wieder auf und avancierte unter Gordianus III. zur alleinigen Silbermünze.

Die eher allgemeine Wertvorstellungen propagierende und wenige konkrete, aktuelle Themen aufgreifende Münzprägung Gordians III. zeichnet sich v. a. durch ihr hohes Prägevolumen aus. Von kaum einem anderen römischen Kaiser sind heute ähnlich viele Münzen erhalten.

Diese Materialmenge zu kanalisieren und auszuwerten ist Ziel dieser Untersuchung, die den Traditionen des Wiener Aufbau-Unternehmens folgt und von Alexander Ruske im Rahmen seiner Dissertation durchgeführt wird. Neben den bedeutenden Münzkabinetten der Welt stellen wichtige private Sammlungen, Fundpublikationen und der internationale Münzhandel die Grundlage der Materialsammlung dar, die sich stetig erweitert.

Erst die angestrebte Rekonstruktion des Prägeaufbaus wird eine zuverlässige historische und auch finanzgeschichtliche Auswertung des gordianischen Münzmaterials ermöglichen. Um den interdisziplinären Zugang zu erleichtern und auch Nachbarwissenschaften die Heranziehung der Münzquelle möglich zu machen, wird – wie in MIR 14 (Traianus) – besonderes Augenmerk auf die Nachvollziehbarkeit der Materialdarbietung und die Benutzerfreundlichkeit des Werks gelegt.
 
 

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Letzte Änderung: 09.06.2006