Moneta Imperii Romani (MIR) 14: Traianus
 
 

Bearbeiter

Bernhard Woytek
 
 

 

M. Ulpius Traianus, der von 98 bis 117 n. Chr. regierte, ist ohne Zweifel eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der römischen Principatszeit. Sehr zum Leidwesen der Geschichtswissenschaft sind die schriftlichen Quellen zur traianischen Periode aufgrund der Ungunst der Überlieferung allerdings recht dünn gesät, sodaß wir über diese eminent wichtige Epoche der Geschichte Roms, ganz Europas und auch Westasiens über weite Strecken keineswegs so genau unterrichtet sind, wie es wünschenwert wäre; gerade in chronologischen Fragen tappt die Geschichtsforschung vielfach im Dunklen.

Allerdings existiert glücklicher Weise mit der sowohl typologisch als auch quantitativ überaus reichen Münzprägung des Kaisers eine Quellengattung, die – bei entsprechend gutem Bearbeitungsstand – die Lücke hinsichtlich der schriftlichen Quellen wenigstens teilweise zu schließen imstande ist. Dieser Bearbeitungsstand war freilich bisher nicht erreicht: An diesem Punkt setzt das Projekt „MIR Band 14: Traianus„ an, das B. Woytek betreut.

Das von 2001–2004 vom FWF geförderte Projekt verfolgt, gemäß den Prinzipien des unter der Obhut der Numismatischen Kommission stehenden Langzeit-Forschungsvorhabens „Moneta Imperii Romani“, das Ziel, die reichsrömische Münzprägung der Regierungszeit des Kaisers Traian in ihrer Struktur zu erfassen und monographisch darzustellen: Auf diese Weise soll das bisher fehlende, auf einer möglichst breiten Materialbasis beruhende und voll bebilderte Spezialzitierwerk für diese bedeutende Periode der kaiserzeitlichen Münzprägung vorgelegt werden. Die Grundlage der Arbeit, das traianische Münzmaterial selbst (in Abbildungen), wird aus den bedeutenden Münzkabinetten der Welt (London, Wien, New York, Paris, Rom–Museo Nazionale Romano/Slg. Gnecchi, Leiden/Slg. Dr. Schürmann, Oxford, Cambridge), aus wichtigen privaten Sammlungen, aus veröffentlichten Fundpublikationen und nicht zuletzt aus dem internationalen Münzhandel rekrutiert; zur Zeit beläuft sich die Materialbasis des Projekts auf mehr als 25.000 Bildbelege für reichsrömische Prägungen Traians.

Erst die in MIR 14 angestrebte Rekonstruktion des Prägeaufbaus wird eine zuverlässige historische und auch finanzgeschichtliche Auswertung des traianischen Münzmaterials ermöglichen. Um den interdisziplinären Zugang zu erleichtern und auch Nachbarwissenschaften die Heranziehung der Münzquelle möglich zu machen, wird in MIR 14 besonderes Augenmerk auf die Nachvollziehbarkeit der Materialdarbietung und die Benutzerfreundlichkeit des Werks gelegt.
 
 
 

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Letzte Änderung: 06.07.2009