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Die Fundmünzen der römischen Zeit in Österreich (FMRÖ) Numismatisches Projekt Enns / Lauriacum Bearbeiter Alexander Ruske, Ursula Schachinger
Das am norischen Donaulimes gelegene Lauriacum ist seit dem 18. Jh., als erstmals Grabungen in den römischen Überresten unternommen wurden, als einer der bedeutendsten römischen Fundplätze Österreichs bekannt. Während des 1. und 2. Jh. n. Chr. scheint es sich um eine eher kleinere Ansiedlung gehandelt zu haben. Nachdem Lauriacum gegen Ende des 2. Jh. n. Chr. im Gefolge der Markomannenkriege jedoch zum Standort der legio II italica wurde, begann sich der Ort rasch zu entwickeln und wurde schließlich zu Beginn des 3. Jh. n. Chr. in den Rang eines municipium erhoben. Wie aus der Vita des hl. Severin hervorgeht, war Lauriacum schließlich eine der letzten Bastionen der in Noricum lebenden Romanen während der Völkerwanderungszeit, bis diese im Jahr 488 endgültig nach Italien abzogen. Der historischen Bedeutung des Platzes entspricht die Menge an Fundmünzen, die im Laufe der archäologischen Erforschung des römischen Lauriacum zutage gekommen sind. In den Beständen des Museum Lauriacum in Enns, des Bundesdenkmalamtes und des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz befinden sich in Summe geschätzte 30.000 römische Fundmünzen, die bisher noch einer geschlossenen Publikation und Durchforschung harren. Das gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und der Stadtgemeinde Enns durchgeführte Münzprojekt Enns/Lauriacum
verfolgt das Ziel, diesen umfangreichen Bestand einer Publikation und geldgeschichtlichen Auswertung zuzuführen und weiters auch ein
museales Nutzungskonzept für diese bedeutende Quelle zu entwickeln. Hierbei wird das im Verlauf des Vorgängerprojekts FMRÖ
Carnuntum erfolgreich erprobte Konzept, die Quellenedition mit einem umfangreichen Auswertungsband zu verbinden, erneut in Anwendung
gebracht, nicht zuletzt, da die bei der Erfassung der Objekte erworbene Materialkenntnis der Bearbeiter diese am ehesten in den Stand versetzt,
das Material auch geldhistorisch zu interpretieren.
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