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Münzprägung der Iranischen Hunnen sowie ihrer Nachfolger in Zentralasien und Nordwest-Indien “The Cultural History of the Western Himalaya from the 8th Century” Pre-Islamic Numismatic History
Bearbeiter Klaus Vondrovec Die Erforschung der späteren vorislamischen Geldgeschichte Zentralasiens und Nordwest-Indiens ist ein Teilprojekt des Nationales Forschungsnetzwerkes “The Cultural History of the Western Himalaya from the 8th Century“, das vom FWF finanziert wird. Das numismatische Teilprojekt wird von der Numismatischen Kommission zusammen mit dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums durchgeführt. Das Projekt umfaßt die Regionen von Afghanistan bis Kaschmir und führt vom 4. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. Verschiedene Clans der Iranischen Hunnen sowie der Westtürken herrschten von Sogdien, über den Hindukush bis nach Gandhara und Nordwest-Indien. Da diese Clans kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen haben, stellen ihre Münzen die wichtigste Quelle bei der Erforschung der Geschichte dieser Epoche dar. Sie zeigen sowohl individuell gestaltete Herrscherbildnisse, eine reichhaltige Symbolik und nicht zuletzt drei Schriften – Baktrisch, Brahmi und Pehlevi –, welche die Iranischen Hunnen wohl erst in den von ihnen eroberten Gebieten kennengelernt haben. Einzig anhand ihrer numismatischen Hinterlassenschaften konnten bislang die Gruppen der Kidariten, der Alchon, der Nezak-Šah, der Hephthaliten sowie der Westtürken identifiziert werden. Diese sog. Typenzüge sind Gruppen mit zusammengehörigen Münzemissionen, die dadurch als kulturelle Einheiten greifbar werden. In der ersten Phase des Projekts sollen die bestehenden Grundlagen durch die Publikation von neuem Material erweitert werden - da die Menge der bislang publizierten Münzen sehr gering ist, kann jedes einzelne neu hinzukommende Stück wichtige neue Aufschlüsse bringen. Neben den großen Münzkabinetten Europas befinden sich zahlreiche, bisher unbekannte Münztypen in den Privatsammlungen von Jean-Pierre Righetti (Schweiz) und Aman ur Rahman (Islamabad / Dubai). Das Ziel der zweiten Phase ist es, ein neues Standard-Referenzwerk zu schaffen, das jenes von Robert Göbl aus dem Jahr 1967 (Dokumente zur Geschichte der Iranischen Hunnen in Baktrien und Indien) ablösen soll. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit hochkarätigen Wissenschaftern aus den Nachbardisziplinen der Numismatik erforderlich - Sprachwissenschafter, Kunsthistoriker und Archäologen, wozu ein Forschungsnetzwerk den idealen Rahmen bietet. Durch eine Analyse der Münzfunde der Iranischen Hunnen und ihrer Nachfolger können die geographischen Ausdehnungen der jeweiligen Herrschaftsbereiche abgegrenzt werden. Vergesellschaftungen mit weiteren Münzen, etwa solchen der Sasaniden, oder archäologischem Material erbringen wichtige Aufschlüsse über die Datierung der Münzserien. Diese Ergebnisse können mit der relativen Abfolge der Münztypen kombiniert werden und bilden so ein festes chronologisches Gerüst, das für die Geschichte Zentralasiens über weite Zeiträume bislang noch nicht erarbeitet wurde.
Mitarbeiter Doz. Dr. Michael Alram (Projektleiter) Münzkabinett, Kunsthistorisches Museum mit MVK und ÖTM Burgring 5, 1010 Wien Dr. Klaus Vondrovec Münzkabinett, Kunsthistorisches Museum mit MVK und ÖTM Burgring 5, 1010 Wien Internationale Mitarbeiter Prof. Carlo Cereti Università degli Studi di Roma „La Sapienza“, Rom Italien Prof. Harry Falk Institut für Indische Philologie und Kunstgeschichte, Freie Universität, Berlin Deutschland Dr. Nasim Khan Department of Archaeology, University of Peshawar Pakistan Dr. Judith A. Lerner Independent scholar, New York USA Prof. Nicholas Sims-Williams School of Oriental and African Studies, London Great Britain Prof. Dr. Wolfgang Szaivert Universität Wien Österreich
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