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Die Fundmünzen der römischen Zeit in Österreich (FMRÖ) Numismatisches Projekt Carnuntum Bearbeiter Franziska Schmidt-Dick, Matthias Pfisterer, Klaus Vondrovec
Carnuntum ist unbestritten der bedeutendste Fundplatz römischer Münzen in Österreich. Als im 17. Jahrhundert eine Gruppe englischer Reisender Carnuntum besuchte, waren sie darüber erstaunt, auf ihrem Spaziergang durch die Ruinen auf Schritt und Tritt römische Münzen zu finden. Durch den Einsatz moderner Metallsuchgeräte hat sich seit den siebziger Jahren die Menge an gefundenen Münzen schlagartig erhöht. Einerseits kommt dies dem Quellenwert des Carnuntiner Fundmaterials zugute, da bei Arbeiten unter wissenschaftlicher Aufsicht fast keine Münzen mehr übersehen werden, andererseits führt der massive illegale Einsatz dieser Geräte durch Sammler zu massiven Zerstörungen im archäologischen Denkmalbestand Carnuntums. Das numismatische Projekt Carnuntum, das von der Numismatischen Kommission gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und dem Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank durchgeführt wird, hat das Ziel, die umfangreiche Münzsammlung des Museum Carnuntinum (Bad Deutsch-Altenburg), die sich ausschließlich aus in Carnuntum gefundenen Münzen zusammensetzt, einer wissenschaftlichen Bearbeitung und musealen Aufbereitung zuzuführen. Die Publikation des Materials erfolgt im bewährten Schema der Reihe FMRÖ (Fundmünzen der römischen Zeit in Österreich). Abweichend von der in dieser Reihe bisher gepflegten Vorgangsweise wird jedoch gleichzeitig auch eine numismatisch-wirtschaftsgeschichtliche Auswertung vorgelegt. Diese erscheint in traditioneller Buchform, der fast 40.000 Münzen umfassende Katalog hingegen wird als CD-ROM vorbereitet. Der Auswertungsband enthält neben einer statistischen Analyse des Materials und einem Vergleich der
Ergebnisse mit anderen relevanten Fundplätzen Kapitel zu einzelnen Aspekten des Carnuntiner
Fundmünzbestandes. Dies sind etwa die immer gesondert zu behandelnden Schatzfunde, der Fremdgeldumlauf
und die im antiken Geldverkehr häufig auftretenden Fälschungen sowie eine umfassende Analyse des
Phänomens der sogenannten Limesfalsa. Den Rahmen dazu bilden Kapitel zu Geschichte, Archäologie und
Forschungsgeschichte Carnuntums. Damit wird eine der Hauptquellen zur Geschichte der Austria Romana in
ansprechender und dem Stand der wissenschaftlichen Methodik entsprechender Form der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht.
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