R. Gyselen
The available corpus contains approximately 330 coins; more than a hundred different types can be distinguished. These are described and illustrated in the catalogue, which is supplemented by a synopsis in order to give a clear picture of the iconographic repertoire of these coin issues.
Some of the coin types are based on monetary prototypes from late Sasanian and Arab-Sasanian, Byzantine and Umayyad silver
coinage. These coins are discussed in the first chapter whereas the second and third chapters deal with those coins which
have no specific monetary prototype examined. These latter examples make up the majority of the coins minted after the
monetary reform of the Umayyad caliph ‘Abd al-Malik’ which introduced a purely epigraphic type in Arabic.
The Arab-Sasanian copper coinage testifies to the long lasting influence of the type featuring the bust of the Sasanian
king Khusro II and to the persistence of a strong Iranian character. Despite this, the existence of the standing caliph
type of Umayyad coinage testifies to Iranian participation in the creation of a general Arab-Islamic iconography. However,
in the case of some Arab-Islamic motifs, the Arab-Sasanian copper coinage offers the sole evidence.
R. Göbl (†)
Mit Göbls postum veröffentlichtem opus magnum, der Analyse der Prägestruktur der Kaiser Valerianus I., Gallienus und
Saloninus (253-268) ist ein weiteres Kapitel römischer Münz- und Geldgeschichte erschlossen, das einen wertvollen Beitrag
zur Erforschung der Geschichte des Imperium Romanum in der zweiten Hälfte des 3. Jhdts. n. Chr. liefert.
Das Kernstück der Studie bilden die insgesamt 52 Prägetabellen, in denen das Material innerhalb der einzelnen Münzstätten –
in chronologischer Folge und nach Emissionen getrennt – übersichtlich dargeboten ist. Dabei ist jeder Münztyp und jedes
Nominale zitierbar sowie zur optischen Überprüfung in einem angeschlossenen, umfangreichen Tafelteil lückenlos abgebildet.
Die praktische Benutzbarkeit wird schließlich noch durch einen Reverstypen-Atlas erhöht, in dem die einzelnen Reversmünzbilder
der valerianisch-gallienischen Familie zeichnerisch dokumentiert sind. Michael Alram, Reinhard Härtel und Manfred Schreiner (Hrsg.)
Vorliegende Monographie bietet die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojektes. Historiker, Numismatiker und
Techniker traten in Kooperation, um auf der Basis aller heute erreichbaren, relevanten Quellen und mit Hilfe des gesamten
zur Verfügung stehenden methodischen Instrumentariums die Frühgeschichte des Friesacher Pfennigs zu beleuchten.
Die Analyse der Schriftquellen hat gezeigt, daß sich schriftlich bezeugte Währungen tatsächlich auf einen bestimmten Typ von
Prägeerzeugnissen beziehen und nicht nur als Buchgeld anzusehen sind. Damit muß den Schriftquellen – anders als gelegentlich
vermutet – durchaus ein hoher Grad an „Wirklichkeitsnähe“ im Vergleich zum tatsächlichen Zahlungsverkehr zugestanden werden.
Aus numismatischer Sicht bietet die für die Neuordnung der Gepräge durchgeführte Stempeluntersuchung erstmals interessante
Einblicke in die Tätigkeit mittelalterlicher Münzstätten des 12. Jahrhunderts. Statistische Analysen geben einen Eindruck
vom Umfang der einzelnen Emissionen.
Im Mittelpunkt des naturwissenschaftlichen Teils stehen Fragen nach der materiellen Zusammensetzung der in den verschiedenen
Münzstätten verarbeiteten Silberlegierungen.
W. Leschhorn (Bearb.), nach Vorarbeiten und unter Mitarbeit von P. R. Franke
Das nach Stichwörtern gegliederte Lexikon erschließt die Aufschriften auf den antiken griechischen Münzen.
Die griechischen und lateinischen Münzlegenden werden ins Deutsche und Englische übersetzt, teilweise mit weiterführender
Literatur kommentiert, den einzelnen Prägeorten zugewiesen, datiert und nachgewiesen. Damit wird die Interpretation einer
wenig bekannten und wegen ihrer Fülle und Zerstreutheit schwer zugänglichen Quellengruppe erleichtert. Ausgewertet wurden
alle wichtigen Münzcorpora und numismatischen Monographien, zahlreiche Aufsätze und Auktionskataloge. Der erste Band umfaßt
alle Münzlegenden mit Ausnahme der stereotypen Herrschernamen und der Ethnika sowie der Beamtennamen, für die ein zweiter
Band in Bearbeitung ist. Das Lexikon ist sowohl für Altertumswissenschaftler gedacht als auch für Numismatiker und Münzsammler,
denen hiemit ein wichtiges Hilfsmittel für die Bestimmung, Einordnung und Interpretation antiker Münzen zur Verfügung gestellt wird.
Matthias Pfisterer
Der Fund, der seiner Zusammensetzung nach aus der Schwarzmeerregion stammen dürfte, enthält mit 593 Stück den größten bisher
bekanntgewordenen geschlossenen Komplex von Adlerkopfdrachmen der griechischen Kolonie Sinope. Mit Hilfe einer Stempelanalyse
dieses Materials war es erstmals möglich, eine Prägeabfolge und damit ein gesichertes relativchronologisches Gerüst für diese
Gruppe zu erstellen. Die restlichen Münzen bilden einen typischen Querschnitt durch das Umlaufsspektrum der Zeit im östlichen
Mittelmeerraum. Darunter befinden sich auch einige bisher unveröffentlichte Typen, unter anderem von Tarsos.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Fundes sind die darin enthaltenen Gruppen von Barren und Spiralringen, welche in den Kern und
den Osten des Achaimenidenreiches weisen. Die gestaffelten Gewichte dieser Objekte und die bei den Ringen erkennbaren Zusammenhänge
zwischen Gewicht und äußerem Erscheinungsbild lassen den Schluß zu, daß es sich um Objekte mit Geldfunktion handelt.
Ausgehend von diesem so aufschlußreichen Komplex wird in einem gesonderten Abschnitt die Frage nach dem Geldwesen des
Achaimenidenreiches neu aufgerollt. Aufgrund eines Vergleichs der in der antiken Literatur beschriebenen Gabenkultur der Achaimeniden
mit Erkenntnissen der Anthropologie wird die Theorie formuliert, daß das scheinbare Desinteresse der Achaimenidenherrscher an einer
reichseinheitlichen Währung in einer agonistischen Auffassung des Austauschs begründet liegt, welche unserer heutigen Auffassung und
auch der der Griechen des 5. Jahrhunderts v. Chr. entgegenläuft.
M. Alram and D. E . Klimburg-Salter (eds.)
Zentrale Themen des Buches bilden das umstrittene Jahr 1 des Kushankönigs Kanishka I., mit dessen Fixierung sich neun Beiträge
auseinandersetzen, die sasanidische Kunst- und Kulturgeschichte sowie die Geographie, Archäologie und Numismatik des antiken
Zentralasien. Die in dem Sammelband erstmals publizierten neuen Forschungsergebnisse stellen einen unverzichtbaren Beitrag zur
Erforschung des antiken Mittelasien und Nordwest-Indien dar.
Der reich illustrierte Band gibt einen hervorragenden Überblick über Kultur und Kunst des antiken Mittelasien, bietet Einblick
in verschiedene Forschungsmethoden und unterstreicht damit auch die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit in diesem Forschungsgebiet.
Franziska Schmidt-Dick
Band 1: Weibliche Darstellungen
Der soeben erschienene Band 1 ist gegliedert in die Teile „Beschreibung“, „kommentiertes Register der Attribute und Gestik“,
„Tabellen“ und „Tafeln“.
Im Beschreibungsteil werden die Numina verzeichnet, ihre Charakteristika kommentiert, und es wird auf ihre typologischen Verknüpfungen
untereinander hingewiesen. Der mit 61 Tafeln sehr umfangreiche Bildteil liefert die notwendige optische Dokumentation, in der sämtliche
Typen teils mehrfach abgebildet sind; die Tabellen ermöglichen für jeden Typ das Auffinden der Zitate in der eingeführten Bestimmungsliteratur.
Das Register schlüsselt auf, welche Gestik und welche Attribute für die einzelnen Numina typisch sind und bietet auch eine Bestimmungshilfe.
Anordnung und Darbietungsweise der Arbeit ermöglichen einen einfachen Zugang zur Bildsprache der römischen Kaiserzeit und geben einen Überblick
über die Hauptströmungen der Typenwahl, sodaß das Buch ohne Zweifel zum wichtigen Quellenwerk für die historische, numismatische und
archäologische Forschung werden wird. Aber auch für engagierte Münzsammler, die sich der römischen Kaiserzeit verschrieben haben, stellt der
Band ein überaus nützliches Arbeitsinstrument dar.
Klaus Vondrovec (mit einem Beitrag von Renate Miglbauer)
Erstmals in der Geschichte des Langzeitprojektes FMRÖ wurde im Zuge der Bearbeitung der Welser Münzen das Fundmaterial einer detaillierten
numismatischen Auswertung unterzogen, die gemeinsam mit dem Katalog der Fundmünzen publiziert wird. Aus der Feder Renate Miglbauers, der Direktorin des
Stadtmuseums Wels, stammt ein Beitrag über die archäologische Forschung in Wels. In Verbindung mit der numismatischen Interpretation wird auf diese
Weise die bestmögliche Zusammenführung der beiden Nachbarwissenschaften Numismatik und Archäologie angestrebt.
Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde großer Wert darauf gelegt, die statistische Auswertung in Form von Diagrammen vorzulegen, um sie auch dem
interessierten Laien in geeigneter Weise zu veranschaulichen.
Bernhard Woytek
Die drei Hauptkapitel der chronologisch gegliederten Untersuchung (49–48, 48–45, 45–42 v. Chr.)
sind jeweils zweigeteilt: In Teil A wird die Finanzgeschichte der entsprechenden Zeitspanne nach
den antiken literarischen Quellen in ihrem historischen Kontext dargeboten; in Teil B erfolgt eine
eingehende Besprechung der Münzprägung der betreffenden Jahre unter besonderer Berücksichtigung von
Chronologie und Lokalisierung. Auf diese Weise entsteht durch die erstmalige Synopse aller relevanten
Quellengattungen ein umfassendes neues Gesamtbild der römischen Staatsfinanzen des Untersuchungszeitraums
mit vielfältigen Einzelerkenntnissen auf historischem wie numismatischem Gebiet.
Das Werk ist mit Münzabbildungen auf 12 Phototafeln illustriert, enthält drei Appendices zu Spezialproblemen
und erschließt sich dem Leser durch einen umfangreichen Indexteil sowie durch Tabellen zur Münzprägung,
die einen raschen Überblick über alle wesentlichen numismatischen Daten ermöglichen.
Michael Alram/Rika Gyselen
Der vorliegende erste Band enthält die Münzen des Dynastiegründers Ardashir I. (224-240) und seines Sohnes Shapur
I. (240-272). In dieser Gründungsphase des Sasanidenstaates wurden die Grundstrukturen des sasanidischen
Münzwesens festgelegt, die in nahezu unveränderter Form bis zum Ende der Dynastie im 7. Jhdt. erhalten blieben.
Der Münzkatalog ist durch einführende Kapitel in deutscher (Ardashir I.) und französischer Sprache (Shapur I.)
ergänzt, die eine allgemeine Quellenübersicht verbunden mit einem kurz gefaßten historischen Überblick sowie
einem münz- und geldgeschichtlichen Kommentar beinhalten. Ziel ist es, Wert und Aussagekraft der numismatischen
Quelle im Zusammenspiel mit den archäologischen und inschriftlichen Zeugnissen sowie der literarischen
Öberlieferung zu demonstrieren.
Einen besonderen Abschnitt stellt die paläographische Auswertung der mittelpersischen Münzlegenden dar,
für die P. O. Skjærvø (Department of Near Eastern Languages and Civilizations, Harvard University)
verantwortlich zeichnet. Ein weiteres Kapitel bilden umfangreiche Metallanalysen, die erstmals einen
Einblick in die Legierungszusammensetzung der verschiedenen Münzwerte des sasanidischen Währungssystems erlauben.
Nikolaus Schindel
Ursula Schachinger
Michael Alram / Franziska Schmidt-Dick (Hrsg.)
Im Gegensatz zu den alten FMRÖ-Bänden, die sich auf eine katalogische Materialvorlage beschränkten, wird hier – wie schon
im Falle der Publikationen zu Wels bzw. der Steiermark – eine wissenschaftliche Auswertung des Materials gleich mitgeliefert. In zwei Textbänden
und einem über weite Strecken in Farbe gehaltenen Tafelband sind elf substantielle Beiträge zu den Carnuntiner Fundmünzen versammelt,
während der Katalog selbst in Form einer CD-ROM vorliegt. Neben einer statistischen Gesamtauswertung finden sich unter anderem eine umfangreiche
Untersuchung der Carnuntiner Schatzfunde, eine Neubearbeitung der Münzprägung des Carnuntiner Kaiserpaars Regalianus und Dryantilla sowie
erstmals eine eingehende Untersuchung zum Problem der „Limesfalsa“ und „Eisenmünzen“. Ergänzende Beiträge
beschäftigen sich mit Themen wie dem keltischen Geld in Carnuntum, den Münzen der römischen Republik oder griechischem Provinzialgeld,
das auch bis nach Carnuntum gelangte. Die Konzeption des Werks zielt darauf ab, die Carnuntiner Geldgeschichte nicht nur für Fachnumismatiker, sondern
für einen möglichst breiten Interessentenkreis sowie die Nachbarwissenschaften zu erschließen.
Bernd Kluge
Sigrid Deger-Jalkotzy / Nikolaus Schindel (Hrsg.)
Nikolaus Schindel
Mit SNS Israel wird erstmals ein Buch vorgelegt, das die gesamten Bestände sasanidischer Münzen in den öffentlichen Sammlungen
eines ganzen Staates geschlossen vorstellt.
Wolfgang Leschhorn
Für alle Altertumswissenschaftler, Althistoriker, Epigraphiker, Numismatiker, Philologen, Archäologen, Indogermanisten, Onomastiker wird der Band ein
unverzichtbares Nachschlagewerk sein, um eine durch ihre Fülle und Zerstreutheit nur schwer zugängliche Quellengruppe berücksichtigen zu können.
Für Numismatiker und Münzsammler wird ein wichtiges Hilfsmittel für die Bestimmung und Einordnung antiker Münzen zur Verfügung gestellt.
HOME >
AUFGABEN >
MITGLIEDER >
MITARBEITER >
PROJEKTE >
PUBLIKATIONEN >
NEUERSCHEINUNGEN >
LINKS
© Numismatische Kommission |