Gabetraegerin_l.jpg Gabetraegerin_r.jpg Abteilung für Ägäische und Mykenische Forschungen Institut für Mediterrane und Prähistorische Archäologie
Aufgaben
Personen
Projekte
Publikationen
Veranstaltungen
Sammlung Schachermeyr
Bibliothek
Kontakt
Links
ÖAW_Logo

Copyright
© IMPArch
Redaktion: J. Weilhartner

IMPRESSUM
Letztes Update: 20/12/2012
Visviki-Magula
Durchführung: PD Dr. Eva Alram
Förderung: FWF  [ Projektnummer P21596 ]
Projektzeitraum: 1.8.2009 - 31.9.2012


Publikationen      Fotogalerie


Visviki-Magula, ein neolithischer Siedlungshügel in der südostthessalischen Ebene in der Nähe des Karla-Sees, gehört zu jenen Ausgrabungen, welche Hans Reinerth als Leiter des Reichsamtes für Vorgeschichte für das Sonderkommando Griechenland des Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg 1941 in Griechenland durchführte. Eine Auseinandersetzung mit den Biographien der Teilnehmer an der Grabung ergibt, dass die im Völkischen Beobachter publizierten Ergebnisse der Grabung durch die nationalsozialistische Ideologie geprägt waren.

Bekannt wurde die Grabung durch den Fund eines sog. Megarons, welches in die spätneolithische Arapi-Stufe gesetzt und als „nordischer“ Bautyp interpretiert wurde. Das Studium der Pläne ergab jedoch, dass die Siedlungsreste auf dem höchsten Punkt des Tells nicht als „Megaron“ zu ergänzen sind, sondern vielmehr mehreren Siedlungsphasen angehören. So ist ein aus Lehm gebauter Ofen mit dazugehörigen Lehmziegelwänden auf Steinsockeln vermutlich in die Arapi-Stufe zu setzen, wogegen verschiedene Steinfundamente sowie der Unterbau eines runden Herdes wahrscheinlich in die Dimini-Stufe datieren.

Vom Fundmaterial selbst sind mehr als 3000 Keramikfragmente erhalten. Die Keramikfunde aus den untersten Schichten eines Schnittes im Nordwestteil der Magula deuten auf den Beginn der Besiedlung im frühen Mittelneolithikum. Eine Reihe von Keramikfunden datiert in den weiteren Verlauf des Mittelneolithikums sowie an den Beginn des Spätneolithikums. Wenige Fragmente belegen eine Nutzung des Siedlungshügels während des Endneolithikums (Chalkolithikums) und der beginnenden Frühbronzezeit.

Der Hauptteil der musterverzierten und monochromen Keramik gehört in die spätneolithische Arapi- und Dimini-Stufe. Während die musterverzierte Keramik der Arapi-Stufe ein vielfältiges Gefäßrepertoire aufweist, beschränkt sich die musterbemalte Keramik der Dimini-Stufe weitgehend auf Schalen und Schüsseln. Für die Dimini-Stufe ist es schwierig, eine in der Literatur postulierte Differenzierung in eine frühere und eine spätere Phase nachzuvollziehen. Auf alle Fälle weist das Auftreten der braun auf hell bemalten Dimini-Keramik in den obersten Schichten der Visviki-Magula auf ein relativ spätes Auftreten dieser Ware. Nach ihrer Form wird monochrome Keramik der Arapi-Stufe häufig als Ess- und Trinkgeschirr verwendet. Hingegen scheint die monochrome Keramik der Dimini-Stufe wesentlich häufiger als Geschirr zum Kochen und zur Vorratshaltung erzeugt worden zu sein.

Petrographische Analysen zeigen, dass Visviki-Magula Teil eines Netzwerkes war, welches Verbindungen in den Nordosten und Nordwesten der Thessalischen Ebene aufwies. Form und Dekor der besonders reichen Bestände der polychromen Keramik der Arapi-Stufe zeigen aber vor allem Gemeinsamkeiten mit der Pevkakia-Magula am Golf von Volos, die in der nordostthessalischen Ebene nicht anzutreffen sind. Eine vergleichbare Nahbeziehung scheint auch während der Dimini-Stufe bestanden zu haben. Ansonsten zeichnet sich für die Keramik der Dimini-Stufe eine gewisse typologische und stilistische Homogeneität ab, welche sich über das gesamte Verbreitungsgebiet der Dimini-Keramik erstreckt.

Funde zur Subsistenz der Siedlung beschränken sich auf wenige Tierknochen sowie auf ein Manuskript über die Pflanzenreste der Magula. 80% der geschlagenen Steingeräte ist aus Obsidian der Insel Melos erzeugt. Ihr Studium ergab, dass der Kernreduktionsvorgang nicht auf der Visviki-Magula sondern vermutlich durch Spezialisten in den Küstensiedlungen am Golf von Volos stattfand. Geräteproduktion vorort beschränkte sich weitgehend auf Modifikation von Klingen und Abschlägen. Hingegen wurden Spondylus-Muscheln auf Visviki-Magula zu Schmuck verarbeitet. Dies beweist, dass dieses überaus wertvolle Handelsgut nicht nur in Küstensiedlungen sondern an zahlreichen Manufakturplätzen im Rahmen kleiner Haushalte erzeugt wurde.


Publikationen

E. Alram-Stern – Α. Ντούζουγλη, Ο υστερονεολιθικός οικισμός της Μαγούλας Βισβίκη στη νότια Θεσσαλία, in: A. Mazarakis Ainian – A. Doulgeri-Intzesiloglou (Hrsg.), Αρχαιολογικό Εργο Θεσσαλίας και Στέρεας Ελλάδας 2, 2006. Πρακτικά επιστημονικής συνάντησης, Βόλος 16.3.–19.3. 2006. Τόμος Ι: Θεσσαλία, Volos 2009, 75–84.

A. Pentedeka – E. Alram-Stern – C. Dürauer, Retrieving the pieces of the past: the petrographic analysis of the Neolithic pottery assemblage from Visviki Magoula (Thessaly, Greece), in: Journal of Applied Clay Science. Acts of the 11th European Meeting on Ancient Ceramics. Acts of the Conference September 29th-October 1st 2011, Vienna, Austria, im Druck.

E. Alram-Stern, Visviki Magoula – Velestino. The So-called Megaron Reconsidered, in: 4ο Αρχαιολογικό Έργο Θεσσαλίας και Στέρεας Ελλάδας, 2009-2011 από τους προϊστορικούς στους νεώτερους χρόνους. Βόλος 15/18 Μαρτίου 2012, im Druck.

C. Dürauer, Trench A and Trench B of the Visviki Magoula near Velestino, in: 4ο Αρχαιολογικό Έργο Θεσσαλίας και Στέρεας Ελλάδας, 2009-2011 από τους προϊστορικούς στους νεώτερους χρόνους. Βόλος 15/18 Μαρτίου 2012, im Druck.

E. Alram-Stern et al., Visviki Magoula near Velestino – The Late Neolithic Finds in Context, in: Speira. Scientific meeting in hounour of Angelika Dousougli and Konstantinis Zachos, Ioannina, November 1st till November 3rd 2012, im Druck.

E. Alram-Stern, Visviki Magoula, Thessaly – Reconsidering Cultural Change from the Arapi- to the Dimini and Rachmani Phases, in: International Conference. Communities in Transition: The Circum-Aegean Later Neolithic Stages (c. 5000/4800-3200/3000 BCE), Athens, 7th-9th June 2013, in Vorbereitung.

E. Alram-Stern – A. Dousougli-Zachos, Die deutschen Ausgrabungen 1941 auf der Visviki-Magula/Velestino. Die neolithischen Befunde und Funde. Mit Beiträgen von Maximilian Bergner, + Franz Bertsch, Caroline Dürauer, Alfred Galik, Helmut Kroll, Areti Pentedeka, Ernst Pernicka, Gunter Schöbel, Kostas Zachos. Beiträge zur ur- und frühgeschichtlichen Archäologie des Mittelmeer-Kulturraumes 36, R. Habelt-Verlag, Bonn, in Vorbereitung (2013).




Fotogalerie

 
Zurück (Projekte)
Zum Seitenanfang