Die Wiener Hofburg
Forschungen zur Bau- und Funktionsgeschichte
In Zusammenhang mit dem Forschungsprojektes zur Wiener Hofburg sind bislang folgende
Publikationen erschienen:
Die Wiener Hofburg zählt zu den bedeutendsten Palastkomplexen Europas. Als Regierungssitz der Herzöge und Erzherzöge von Österreich, der römisch-deutschen Könige und Kaiser sowie der österreichischen Kaiser stand sie vom 13. Jahrhundert bis 1918 im Brennpunkt europäischer Politik. Die Kommission für Kunstgeschichte der österreichischen Akademie der Wissenschaften stellt in fünf Bänden die Geschichte und Kunstgeschichte der Wiener Hofburg im internationalen Kontext dar.
Im Band IV dieser Reihe steht mit dem Zeitraum zwischen 1835 und 1918 jene Periode im Zentrum, in der die Residenz nach dem Tod von Kaiser Franz II. (I.) bis zum Ende der Monarchie in umfassende Ausbauprojekte integriert wurde, die letztlich in den Planungen zum berühmten "Kaiserforum" Gottfried Sempers und Carl Hasenauers (1869) gipfelten.
Die Kommission für Kunstgeschichte der ÖAW veranstaltete von 30. November bis 1.
Dezember 2009 im Rahmen des Hofburgprojektes eine Tagung zum Thema „Die Wiener
Burgbefestigung“. Den Anlass bot der 200. Jahrestag der Sprengung dieser
Anlagen durch französisches Militär im Herbst 1809. Mit diesem Sonderheft der
ÖZKD (Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege) liegen nun die
Ergebnisse dieser Tagung vor, die durch flankierende Beiträge profitabel
ergänzt und um wesentliche Beiträge zur Kontextualisierung der Burgbastei
bereichert werden konnten. Die Tagung und die Publikation ihrer Ergebnisse
zeigten einmal mehr, wie produktiv und erkenntnisfördernd es für die
wissenschaftliche Arbeit ist, ein topographisch und/oder inhaltlich klar
abgegrenztes Thema innerhalb eines längeren Zeitraumes zu betrachten und von
Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Disziplinen mit ihren spezifischen
Methoden, Forschungsansätzen und Fragestellungen in regem Gedankenaustausch zu bearbeiten.
Ziel dieser Publikation ist es, ein prima vista militärhistorisches Thema interdisziplinär
zu beleuchten und quellenfundiert in der Stadtgeschichte zu verorten. Der Bogen spannt sich von der
fundobjektbezogenen Analyse der Stadtarchäologie über Probleme der Bauforschung bis zu Themen
der Alltagskultur und zu kulturwissenschaftlichen Fragestellungen etwa nach Erinnerungsfunktionen, die
im Fall der Wiener Burgbefestigung anhand des Wiener Türken-Gedenkens anschaulich werden. Als
Ausblick im wahrsten Sinn des Wortes finden Versuche des 20. Jahrhunderts Berücksichtigung, die
verschwundene Burgbefestigung in Form von Bühnen- und Filmkulissen bildlich zu rekonstruieren.
Die „Société des Princes“ muss den Blick auf die
Standesgenossen werfen, mit denen
gleicher Rang zu halten ist, von denen man sich aber auch absetzen möchte,
indem man anders ist, zugleich aber auch überlegen. Wer aber setzt die
Standards, wenn nicht die übergeordnete Instanz, der wiederum man selbst sich
angleichen möchte? Diesem ungemein kulturproduktiven und ausgabeträchtigen
Verhalten galt die Aufmerksamkeit des 11. Symposiums der Residenzen-Kommission
in Wien, das in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission und der
Kommission für Kunstgeschichte der ÖAW veranstaltet wurde, und dessen
Tagungsakten hiermit vorgelegt werden. Ausgehend von der Frage, was diese
Fürsten und Höfe voneinander wissen und wie sie voneinander wissen konnten,
wird in vier thematischen Sektionen an einer Fülle von Einzelbeispielen
untersucht, wie Vorbild, Austausch und Konkurrenz sich zueinander verhielten.
Zwanzig Beiträge international bekannter Wissenschaftler geben Antworten auf
die Fragen nach dem Wissen vom Anderen, nach dem Notwendigen und dem
Entbehrlichen, nach dem Austausch zwischen Freund und Feind sowie nach den
Vorbildern der Selbstdarstellung und eröffnen damit neue Forschungsfelder.
Texte von Werner Paravicini, Hellmut Lorenz, Torsten Hiltmann, Tünde Radek, Volker
Bauer, Wolfgang Wüst, Katrin Keller, Werner Rösener, Matthias Müller, Heiko
Laß, Jörg Martin Merz, Mario Schwarz, Paul Mitchell, Renate Holzschuh-Hofer,
Herbert Karner, Manuel Weinberger, Christian Berger, Tomas Tomasek, Guido von
Büren, Dominik Collet, Carola Fey, Jaroslava Hausenblasová und Peter-Michael
Hahn.
Die geplanten und realisierten Erweiterungen der Wiener Hofburg unter Kaiser Franz Joseph I.
(reg. 1848–1916) sind europaweit das letzte Experimentierfeld höfischen Bauens
und sie verdeutlichen, was im 19. Jahrhundert unter dem Begriff „Residenz“
verstanden wurde. Das zentrale Anliegen des vorliegenden Bandes ist die
Diskussion der Frage, wie die internationale Dimension des umfangreichen
Planungs- und Baugeschehens der Wiener Hofburg zwischen 1835 (Regierungsantritt
Kaiser Ferdinands I.) und dem Ende der Monarchie zu sehen ist. Dazu gehören
Aspekte der Funktionsgeschichte ebenso wie die formale Erscheinung der
Palastkomplexe.
Dem zeitweise parallel sowie unter günstigeren Voraussetzungen vonstatten gehenden Burgbau in
Buda als auch den Planungen für den Prager Hradschin wird ebenso Aufmerksamkeit
geschenkt wie den Vorhaben in anderen europäischen Großstädten. So wird es
erstmals möglich, eine differenzierte Bau- und Ausstattungsgeschichte der
Wiener Hofburg im 19. Jahrhundert in ihrer internationalen Dimension zu
präsentieren.
Texte von Helmut Engel, Péter Farbaky, Markus Jager, Richard Kurdiovsky, Heidrun Laudel,
Michaela Marek, Andreas Nierhaus, Bernadette Reinhold, Péter Rostás, Karin
Schneider, Wolfgang Sonne, Jörg Stabenow, Werner Telesko und Jindrich Vybíral.
Der Leopoldinische Trakt der Wiener Hofburg, benannt nach seinem
Bauherrn Kaiser Leopold I., beherbergt die Amtsräume des Staatsoberhauptes der
Republik Österreich. Damit befindet sich das Büro des Bundespräsidenten nicht
nur im Zentrum der Hauptstadt Wien, sondern es formt auch einen der Eckpunkte
des politischen Lebens der Zweiten Republik.
Der Leopoldinische Trakt mit seinen prunkvollen Paradezimmern bildete das
zeremonielle Zentrum der Habsburger-Länder. Hier fanden die offiziellen Feiern
und Staatsakte statt. Unter Leopold I. als Erweiterung der mittelalterlichen
Burg errichtet, beherbergte der Leopoldinische Trakt seit je die prunkvollsten
Interieurs, über die der kaiserliche Hof in Wien verfügte, die mit wertvollen
Möbeln und kostbaren Kunstwerken ausgestattet waren – vom Maria
Theresianischen Rokoko über klassizistische Phasen des frühen 19. Jahrhunderts
bis zu historistischen Einrichtungsstilen. Dieses Buch bietet Gelegenheit, die
Räume erstmals umfassend zu besichtigen und gestattet einen Blick hinter Türen,
die dem Publikum nur zu seltenen Anlässen gastfreundlich geöffnet werden
können. Es erklärt die politische und bauliche Geschichte, die Kunst- und
Ausstattungsgeschichte ebenso, wie es von seinen Benutzern und Auftraggebern
berichtet, die das Gebäude zu dem werden ließen, was er heute ist.
Texte von Herbert Karner, Richard Kurdiovsky, Marcus Langer, Hellmut Lorenz, Anna
Mader, Artur Rosenauer, Florian Steininger und Manuel Weinberger.