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© Kommission für Kunstgeschichte
Redaktion und Update: Anna Mader
Letzte Änderung: 15.02.2013

Jesuitenarchitektur in Italien 1540–1773
Die Baudenkmäler der Mailändischen Ordensprovinz


Projektleitung
Ao. Univ.-Prof. Dr. Richard BÖSEL (k.M.)
Institut beim Österreichischen Kulturinstitut, Rom

Bearbeiter
Dr. Herbert KARNER

Finanzierung
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
(FWF-Projekt P12166 und P13517)
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)


Das abgeschlossene Projekt hatte die baumonographische Erfassung der Niederlassungen des Jesuitenordens in der mailändischen Ordensprovinz („Provincia Mediolanensis“) zum Gegenstand. Die Provinz umfaßte die Lombardei, den Piemont, Ligurien sowie die zur Republik Genua gehörende Insel Korsika und bestand aus insgesamt 36 Niederlassungen (Profeßhäuser, Kollegien, Noviziate). Objekte der Analyse waren dabei so namhafte Gebäude wie die „Brera“ (Collegio di Brera) und die für die Architekturgeschichte so bedeutungsvolle Profeßhauskirche S. Fedele in Mailand, das genuesische Kollegium in der Via Balbi, einer der wichtigsten Bauten des oberitalienischen Barock, der heute als Universität in Verwendung steht, oder der Turiner Collegio dei Nobili, dessen Gebäude heute die Akademie der Wissenschaften und das berühmte Ägyptische Museum beherbergt.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden infolge als zweiter Band eines ganz Italien umspannenden Corpuswerkes zur Jesuitenarchitektur publiziert werden. Der erste, ausschließlich vom Projektleiter verfaßte Band (römische und neapolitanische Ordensprovinz) wurde 1985 bzw. 1986 in zwei (schnell vergriffenen) Auflagen im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht. Der konsequent weitergeführte und vom ersten Band erfolgreich vorgegebene methodische Ansatz unserer Untersuchung liegt in der Zusammenführung der Bauleistungen des Jesuitenordens Ordens im westlichen Oberitalien unter besonderer Bedachtnahme auf dessen innere Strukturen und organisatorische Gesetzmäßigkeiten.

Die Erkenntnisziele liegen auf zwei einander bedingenden Ebenen. Zum einen wird zu klären versucht, inwieweit eine direkte Einflußnahme der Ordenshierarchie auf das konkrete Baugeschehen genommen wurde und wie sehr sich eine solche auf die baukünstlerische Gestaltung auswirken konnte. Die damit verbundene Frage nach typologischen und strukturellen Konstanten der „Jesuitenarchitektur“ stellt dabei die zweite Zielrichtung dar (letzteres übrigens ein Problem von wissenschaftsgeschichtlicher Bedeutung, wurde es doch seit dem späteren 19. Jahrhundert auf ideologischer Basis und dementsprechend kontroversiell diskutiert).

Als Voraussetzungen der Beantwortung dieser Fragen haben die umfassende Kenntnis des Denkmälerbestandes sowie die Erfassung und Auswertung der schriftlichen wie bildlichen Quellen zu gelten. Aufgefunden im Archivum Romanum Societatis Jesu sowie in den Staatsarchiven in Mailand, Genua und Turin haben letztgenannte in unterschiedlicher Detaildichte die Rekonstruktion der Chronologie der einzelnen Entwurfs- und Baugeschichten ermöglicht. In Summe darf davon gesprochen werden, daß die Bearbeitung des umfangreichen Materials zu einer Erkenntnisdichte geführt hat, die den Erwartungen voll entspricht. Auf Basis von Bauinterpretationen und präziser Quellenanalyse können Abläufe, Strukturen und Bedingungen des jesuitischen Bauschaffens transparent gemacht werden. So sind wir heute imstande, die Konturen einer ordenspezifischen Architektur im Sinne der im ersten Band gewonnenen Erkenntnisse zu präzisieren und weiterzuführen.

Die Drucklegung des zweiten Bandes erfolgte 2007 im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


Band 1
Richard BÖSEL, Jesuitenarchitektur in Italien 1540–1773. Die Baudenk-
mäler der römischen und neapolitanischen Ordensprovinz, Wien 1986.

Band 2
Richard BÖSEL / Herbert KARNER, Jesuitenarchitektur in Italien 1540–1773. Die Baudenkmäler der Mailändischen Ordensprovinz, Wien 2007.

Erscheint im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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