Wiener Hofburg – Innerer Burghof
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© Kommission für Kunstgeschichte
Redaktion und Update: Anna Mader
Letzte Änderung: 02.12.2011

1705–1835: Die großen Ausbauprojekte
Die Wiener Hofburg 1705–1835.
Planungen – Bauten – Ausstattung – Funktion – Bedeutung

(FWF-Projekt P18199, Laufzeit: 09/2005–08/2008;
FWF-Projekt P21148, Laufzeit: 12/2009–11/2011)


Das Phänomen der Gesamtplanungen, das auf die Verregelmäßigung des seit dem Mittelalter stetig gewachsenen Gebäudekonglomerats der Hofburg zielte, charakterisiert die Epoche von 1705–1835. Es tritt erstmals im frühen 18. Jahrhundert auf und ist in Reaktion auf gesamteuropäische Entwicklungen der Residenzarchitektur (Dresden, Berlin-Potsdam, München, Würzburg, Paris, Kassel etc.) und in Auseinandersetzung mit Idealplanungen in architekturtheoretischen Schriften der Zeit zu bewerten. Das gesamte Jahrhundert hindurch unternahmen namhafte Architekten den Versuch, dem Baukomplex der Hofburg eine regelmäßige Gestalt zu geben. Ihrer Planungseuphorie widersprach allerdings die durchwegs moderate, fallweise fast zögerliche Baupolitik des habsburgischen Herrscherhauses. Einzig Kaiser Karl VI. (1711–40) schuf durch Bauten wie die Hofstallungen (heute Museumsquartier), die Hofbibliothek, den Reichskanzleitrakt und die Winterreitschule monumentale neue Akzente, die jedoch keinem klaren Gesamtkonzept folgten. Trotz dieser sowohl von Zeitgenossen als auch später von Historikern und Kunsthistorikern als architektonisch inadequat befundenen Situation war die Hofburg in absolutistischer Zeit das unbestrittene Machtzentrum des habsburgischen Imperiums und in der Wahrnehmung Einheimischer wie Fremder eine der ranghöchsten Residenzen in Europa.

Auch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts stand der Großteil der tatsächlich durchgeführten baulichen Veränderungen an der Hofburg in keinem ursächlichen Zusammenhang mit vorangegangenen Gesamtplanungen, sondern wirkte einer architektonischen Verregelmäßigung vielfach sogar entgegen. Deutlich wird dies unter anderem an der Adaptierung des ehemaligen Ballhauses als Hoftheater, das sich keilartig in den Michaelerplatz schob und den Ausbau der von Fischer von Erlach geplanten Fassade vorerst verhinderte („Fertigstellung“ erst 1889–93).

Die Faszination an weiträumigen Gesamtplanungen blieb auch nach 1800 erhalten und sah sich nach der Proklamation des Kaisertums Österreich (1804) und der Sprengung der Basteien (1809) vor neue Möglichkeiten und Herausforderungen gestellt; mit dem Bau des Burgtores (1821–24) wurde der unverbaute Raum zu den Vorstädten erschlossen und achsial gestaltet. Parallel dazu beginnt sich auch das historische Interesse an der Hofburg zu entwickeln, das in einer Planserie zu ihrer Baugeschichte mündete (Johann Amann, 1823/24).


Publikationen und Vorträge (pdf-File)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

O. Univ.-Prof. Dr. Hellmut LORENZ (k.M., Projektleiter)
Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien

Dr. Christian BENEDIK
Werkvertrag (FWF)

Dr. Lieselotte HANZL-WACHTER
Werkvertrag (FWF)

Mag. Petra KALOUSEK
Kommission für Kunstgeschichte, ÖAW

Mag. Anna MADER-KRATKY
Kommission für Kunstgeschichte, ÖAW

DI Jochen MARTZ

Dr. Andrea SOMMER-MATHIS
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, ÖAW

Mag. Rainer VALENTA
Kommission für Kunstgeschichte, ÖAW (ehemals)

Mag. Manuel WEINBERGER
Werkvertrag (FWF)

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