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© Abteilung Musikwissenschaft
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 15.03.2011 12:57

Ludwig Senfl - Verzeichnis sämtlicher Werke


Projektleiterin: Univ.-Prof. Dr. Birgit Lodes
MitarbeiterIn: Mag. Dr. Stefan Gasch, Mag. Sonja Tröster

→ Zum Internet-Auftritt des Projekts

Die besondere Wertschätzung Ludwig Senfls (ca. 1490–1543) durch seine Zeitgenossen und seine herausragende Kompositionstechnik weckten bereits kurz nach der Etablierung der Lehrdisziplin Musikwissenschaft den Bedarf einer ersten Gesamtausgabe seiner Werke (1903), die jedoch wie auch die zweite Werkausgabe (1937–1974) unvollendet bleiben musste. Trotz des nachhaltigen Interesses am musikalischen Schaffen Senfls und den verschiedentlich unternommenen Versuchen, seiner Person als Sänger, Schreiber und Komponist näher zu kommen, entzieht sich das Schaffen dieses Komponisten noch immer einer genaueren Charakterisierung. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der Unvollständigkeit der vorhandenen Werkausgaben, die eine genauere Beschreibung von Chronologie, Stil und Rezeption bis heute erschwert, zum anderen aber im Fehlen einer grundlegenden Übersichtsdarstellung seines enormen Œuvres von ca. 500 Kompositionen, das in etwa 280 Quellen erhalten und auf verschiedenste europäische Archive und Bibliotheken verstreut ist.

Das Projekt, das nun erstmals unter Sichtung sämtlicher erhaltener Quellen den Werkbestand eines deutschsprachigen Musikers des 16. Jahrhunderts in einem Gesamtverzeichnis erschließt, schafft nicht nur die Grundlagen für die zukünftige Senfl-Forschung, das Werkverzeichnis bietet auch die unentbehrliche Basis für eine Wiederaufnahme der in den 1970er Jahren abgebrochenen Gesamtausgabe der Werke Senfls. Ein solches Verzeichnis aber wird nicht nur das Schaffen von Ludwig Senfl in seinem gesamten Umfang dokumentieren, es erschließt auch die bisher eher vernachlässigten Quellen in Mittel- und Osteuropa und ermöglicht so Forschungen zur musik- und soziokulturellen Entwicklung zur Zeit der frühen Reformation. Ziel des Vorhabens ist es, die mannigfaltigen Facetten dieser zentralen Komponistenpersönlichkeit der Generation zwischen Josquin Desprez und Orlando di Lasso zu präsentieren, und das außergewöhnlich reiche musikalische Œuvre Senfls für zukünftige Forschergenerationen zugänglich und fruchtbar zu machen.