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© Abteilung Musikwissenschaft
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 15.02.2013 17:34

1945–1955/56


Viel stärker als für die anderen drei Schnittstellen trifft – nach gängiger Einschätzung – für die Musikkultur der "Nachkriegszeit" (die Periode vom Ende des 2. Weltkriegs bis zum Staatsvertrag 1955) eine Charakterisierung als "Insularisierung" zu. Dagegen ist die Planung und Durchführung des im großen Stil gefeierten Mozartjahres 1956 auf "Internationalität" (einem Modewort in der Kulturberichtserstattung der Zeit) hin ausgerichtet. Gemeinsam ist beiden Tendenzen aber der hoch veranschlagte Stellenwert von Musik und Musikleben für die österreichische Identitätsbildung in der Zweiten Republik.

Zwei spezielle Perspektiven auf das Musikleben sind in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse:

•   Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf die – grob betrachtet
– ähnliche Akzentuierung der Musik für die Identitätsbildung im Ständestaat
der 1930er Jahre und sogar bei den Feiern des Mozartjahres 1941 in der
"Ostmark"?

•   Wie weit oder tief reicht eine Insularisierung im Musikleben, wie und
wodurch wurde sie auch unterminiert?

Konkret zu fragen ist ferner nach:

•   Eigenarten der Gedächtnisstruktur

•   der Rolle der Musik in der öffentlichen Programmierung einer Identitäts-
und Nationsgestaltung

•   dem Verhältnis von Urbanität und Ruralität

•   dem Wandel der Medienlandschaft (bis hin zum Fernsehen)

•   der Rolle und Ausrichtung einer "Neuen Musik" in Österreich

•   nach ähnlichen und anderen Konstellationen in anderen Ländern
Zentraleuropas: war für die Musik der "Eiserne Vorhang" durchlässig?

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