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© Abteilung Musikwissenschaft
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 15.02.2013 17:34

1848


Die Revolution 1848 in der Habsburgermonarchie hat durch ihr staatspolitisches Scheitern unmittelbar eine Restauration ausgelöst, sie markiert aber auch Impulse in der Geschichte der Wissenschaften und Künste. Zudem wird die Jahrhundertmitte als eine gesamteuropäische Zäsur in der Musikgeschichte im Speziellen dargestellt (so etwa im Standardwerk von Carl DAHLHAUS, Die Musik des 19. Jahrhunderts, Wiesbaden 1980).

Es scheint, daß im zentraleuropäischen Raum während der Jahre um und nach 1850 auch im Musikleben tiefgreifende Umorientierungen erfolgten. Dies zeigt sich in der veränderten Ausrichtung und Funktion von Musikinstitutionen (u.a. auch an der Etablierung der modernen Musikwissenschaft an Universitäten). Eine neue Komponistengeneration mit unverwechselbarer Eigenart (in europäischer Sicht: Liszt, Wagner, Verdi usw.) tritt hervor, die über Jahrzehnte hin bestimmend werden sollte. Musikästhetische Kontrapositionen spitzen sich besonders im deutschsprachigen Raum zu, Programmschriften mit großer Wirkung entstehen in den 1850er Jahren.

Für das Forschungsprojekt ergeben sich die folgenden Fragestellungen:

•   In welcher Weise ist der Gegensatz zwischen "Neudeutscher Schule" (Liszt,
Wagner, Brendel) und einer eher klassizistischen Position im Umfeld von
Hanslick weltanschaulich und auch politisch zu verorten?

•   Wie wirken sich nationale oder patriotische Bewegungen auf die Musik aus?

•   Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen in den bürgerlichen
Musik-Institutionen und im musikalischen Gattungsgefüge zwischen 1848
und davor, den 1850er Jahren und der späteren "Ringstraßenzeit"?

•   Wie ist die Komponistenszene im Wien der frühen 1850er Jahre
strukturiert? Wie sieht die musikalische Mikrogeschichte im Umfeld der
Residenzstadt Wien aus (im Vergleich zu Prag, Pressburg, Budapest usw.)?

•   Welcher Wandel im Verhältnis zwischen "heiterer Muse" und Kunstmusik
zeichnet sich schon in den 1850er Jahren ab? Welches Bild bestimmt die
öffentliche Meinung (Pressewesen)?

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