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© Kommission für Musikforschung
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 06.03.2009 12:06

1740


Den zeitlichen Rahmen geben auf der einen Seite die hohe Artifizialität der Kultur am Hofe Karls VI. und auf der anderen die Auswirkungen der Maria-Theresianischen Reformen (Staatsreform 1749), die Verlagerung des artifiziellen Musiklebens im ständischen Gefüge vom Hof zur Aristokratie und den großen Klöstern, später dann auch zum Dritten Stand, und das langsame Entstehen einer musikalischen Öffentlichkeit. Dem entspricht ein (sehr komplexer) Wandel von einer spätbarocken Musikauffassung zu einem (von der Aufklärung motivierten?) "neuen Ton" in der Musik (Jacques Handschin). Eine von vornherein zentraleuropäische Perspektive ist hier unverzichtbar und die auch darüber hinaus gehende Interkulturalität offensichtlich.

Spezielle, die "Räumlichkeit" der Musikkultur betonende Fragen sind:

•   Ändern sich eher die gesellschaftlichen Funktionen der Musik (in den
einzelnen Gattungsbereichen unterschiedlich stark), oder lockert sich
überhaupt die Bindung der Musik an übergeordnete gesellschaftliche
Zwecke?

•   Wie ist der besonders im Bereich der "Kammermusik" (im alten barocken
Verständnis) entstehende Freiraum (mehr Privates außerhalb der Höfe
und marktwirtschaftliche Veranstaltungsformen) zu verorten?

•   Wie wirken sich die politische Distanz zu Frankreich und die auch politisch-
territoriale Nähe zu Italien auf das Musikleben der Zeit um 1740 aus?

•   Wie verhält sich die in Funktionen verankerte Vielfalt an musikalischen
Stilschichten vor 1740 zu dem angeblichen "vermischten Geschmack"
(Johann Joachim Quantz) danach und später zur "klassischen Synthese"?

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