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© Abteilung Musikwissenschaft
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 18.02.2013 13:46

Wiener Arbeitsstelle der Johannes Brahms Gesamtausgabe


Projektleiter: w. M. em. Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber
Mitarbeiterin: Mag. Katharina Loose
Finanzierung: BMWF

Die Wiener Arbeitsstelle der Johannes Brahms Gesamtausgabe wurde zum 1. Dezember 2011 als internationale Kooperationspartnerin eines langfristig angelegten musikwissenschaftlichen Editionsunternehmens eingerichtet. In der Forschungsstelle am Musikwissenschaftlichen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird die historisch-kritische Neuausgabe des kompositorischen Gesamtwerkes von Johannes Brahms erarbeitet. Anders als die Alte Gesamtausgabe von 1926/27 gibt die Neue Ausgabe sämtliche Werke von Brahms heraus, darunter auch die von ihm selbst erstellten Klavierauszüge und Klavierarrangements sowie die Bearbeitungen und Aufführungsfassungen, die er von Werken anderer Komponisten anfertigte. Geplant sind ca. 65 Notenbände mit eingebundenen Kritischen Berichten, die im G. Henle Verlag, München, erscheinen. Davon abgeleitete Aufführungsmaterialien und Studieneditionen werden teils durch den G. Henle Verlag, teils durch den Verlag Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, publiziert.

Für die editorische Arbeit werden sämtliche erreichbare Werkquellen herangezogen. Auch fragmentarisch überlieferte Kompositionen, Entwürfe und Skizzen werden gesammelt, in ihrer Bedeutung untersucht und angemessen dokumentiert. Ein erheblicher Teil dieser für die Gesamtausgabe relevanten Quellen wird in Wiener Bibliotheken und Archiven verwahrt. In erster Linie zu nennen ist hier das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, das unter anderem Brahms' umfangreichen Nachlass, darunter die Handexemplare des Komponisten, beherbergt. Darüber hinaus besitzen auch die Wienbibliothek im Rathaus und die Österreichische Nationalbibliothek zahlreiche wertvolle Dokumente.

Forschungsschwerpunkt der Wiener Arbeitsstelle der Brahms Gesamtausgabe wird zunächst die Brahms-Rezeption in der Wiener Presse des Zeitraums von 1862 bis 1902 sein. Eine weitere Aufgabe liegt überdies in der gezielten Erschließung und Auswertung von in der Brahms-Philologie noch nicht oder nur wenig berücksichtigten handschriftlichen Quellen vor Ort. Dies beinhaltet vor allem Brahms' bislang unpublizierte Korrespondenz, aber auch Musikmanuskripte und weitere verbale Quellen, die Aufschluss über Werkentstehung, Publikations- und Aufführungsgeschichte sowie die Rezeption der Brahms'schen Werke bieten können.