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© Abteilung Musikwissenschaft
Redaktion: Mario Aschauer
Letzte Änderung: 11.12.2014 11:47

Nachruf Erich Wolfgang Partsch (1959-2014)

Am Mittwoch, dem 3. Dezember 2014, starb plötzlich und völlig unerwartet, erst 55jährig, Dr. Erich Wolfgang Partsch. In ihm verlieren wir nicht nur einen exzellenten und vielseitig interessierten Musikforscher, brillanten Autor und Vortragenden sowie einen leidenschaftlichen Pädagogen, sondern auch einen in Jahrzehnten der Zusammenarbeit erprobten und hoch geschätzten Kollegen und liebenswürdigen, humorvollen, kreativen und begeisterungsfähigen Freund. Dieser Verlust trifft uns alle somit in doppelter Härte; die Lücke, die sein Tod in fachlicher und menschlicher Hinsicht gerissen hat, ist noch gar nicht abzuschätzen.

Erich Partsch studierte Musikwissenschaft und Pädagogik an der Universität Wien. Daneben betrieb er Studien an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst (Gitarre bei Karl Scheit). 1983 erfolgte die Promotion zum Dr. phil. 1979-1989 war er in der Volksbildung als Gitarrelehrer tätig. Seit 1981 trat er mit Archivstudien über Franz Schubert hervor, 1982 folgte die Mitarbeit beim Répertoire International des Sources Musicales (RISM), 1984-2005 eine Lehrtätigkeit am Franz Schubert-Konservatorium in Wien. 1987 war er Mitbegründer und bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Internationalen Franz Schubert Instituts (IFSI), seit 1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Anton Bruckner Instituts Linz (ABIL) bzw. der Kommission für Musikforschung an der ÖAW, die 2013 in die jetzige Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für kunst-und musikhistorische Forschungen umgewandelt wurde. Seit 1990 war er auch Mitarbeiter, 1996 Vizepräsident der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft (IGMG) und redigierte die "Nachrichten zur Mahler-Forschung". Er hatte regelmäßig Lehraufträge an den Instituten für Musikwissenschaft und Germanistik der Universität Wien sowie am Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Mit seinen Forschungsschwerpunkten (Musikkultur im Biedermeier; Anton Bruckner; Gustav Mahler und die Musik um 1900; Rezeptionsforschung; Musik und Bergbau) erwarb er sich große Anerkennung im In- und Ausland. An der Abteilung Musikwissenschaft arbeitete er in den letzten Jahren vorrangig an der 2. verbesserten, ergänzten und wesentlich erweiterten Auflage des "Werkverzeichnisses Anton Bruckner" (WAB) sowie des "Bruckner-Lexikons". Außerdem war er Mitherausgeber der "Wiener Bruckner-Studien" und betreute die Spezialbibliothek und -sammlung zu Bruckner.

Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Frau Andrea und seiner Tochter Christina. Auch wenn wir angesichts des Todes verstummen, so hoffen wir, dass die überall hinterlassenen Spuren eines besonders herzlichen und liebenden Menschen den Schmerz irgendwann verwandeln werden. Unsere fachliche Verantwortung geht dahin, die bisher mit ihm gemeinsam erarbeiteten Projekte in seinem Sinne und in seinem Andenken zu vollenden.

Die Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Musikwissenschaft

 




Oesterreichisches Musiklexikon Online:
Personen des Tages

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A. Rausch, B. Tammen (Hg.),
Musikalische Repertoires in Zentraleuropa (1420-1450).
Prozesse & Praktiken
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Wien etc. 2014.
Robert Klugseder (Hg.)
CANTARE AMANTIS EST - Festschrift Franz K. Praßl zum 60. Geburtstag.,
Purkersdorf 2014.

Neueste CD-Erscheinung:

M. Bent,
R. Klugseder (Hg.)
Veneto 1440: Music from a new Veneto manuscript c. 1440.
Vienna 2014.


Über die Abteilung Musikwissenschaft

Mit 1. Jänner 2013 wurden die Kommission für Kunstgeschichte und die Kommission für Musikforschung zum Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) zusammengeführt. Die Leitung übernehmen zwei langjährige Mitarbeiter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der Kunsthistoriker Doz. Dr. Werner Telesko als Direktor (zugleich Leiter der Abteilung Kunstgeschichte) und die Musikwissenschaftlerin Doz. Dr. Barbara Boisits als seine Stellvertreterin (zugleich Leiterin der Abteilung Musikwissenschaft).

Die Abteilung Musikwissenschaft des IKM hervorgegangen aus der 1944 eingesetzten, ursprünglich als Zentralstelle für die Schubert-Forschung konzipierten Kommission für Musikforschung stellt heute die wichtigste außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Faches in Österreich dar. Zu den zentralen Betätigungsfeldern zählen neben Projekten der Identitäts-, Repräsentations- und Kontextforschung mit stark interdisziplinärer Ausrichtung (wie zuletzt im Forschungsschwerpunkt "Musik – Identität – Raum", MIR) die Fortführung der Onlineversion des Oesterreichischen Musiklexikons (oeml) sowie mehrere Editions- und Dokumentationsprojekte.

Nationale und internationale Kooperationen sind in diesen Bereichen selbstverständlich und notwendig: als Beispiel sei die Wiener Arbeitsstelle der Neuen Schubert-Ausgabe genannt, die das Ziel einer wissenschaftlich-kritischen Herausgabe der Werke Franz Schuberts gemeinsam mit Partnern in Deutschland verfolgt. Der Erforschung von Leben, Werk und Rezeption Anton Bruckners widmet sich ein eigener Forschungsbereich. Weitere Editionsvorhaben, an denen die Abteilung Musikwissenschaft des IKM z. T. federführend beteiligt ist, sind die Johann-Joseph-Fux-Gesamtausgabe, die Johannes Brahms Gesamtausgabe (in Kooperation mit der Universität Kiel) sowie die Anton Webern Gesamtausgabe (in Kooperation mit der Universität Basel).

Darüber hinaus verfolgen die Mitarbeiter(innen) der Abteilung Musikwissenschaft des IKM mehrere kleinere Forschungsprojekte im Rahmen der "Studien zur Musikgeschichte Österreichs und Zentraleuropas". Durch regelmäßige Meetings werden förderliche Wechselwirkungen erreicht und eine inhaltliche Vernetzung der Einzelprojekte angestrebt.

Um die Wahrnehmbarkeit ihrer Forschungsleistungen in der Öffentlichkeit zu erhöhen und zugleich ihre praktische Relevanz zu dokumentieren, werden Begleitveranstaltungen in engem Bezug zu laufenden Forschungsprojekten speziell im Rahmen von Tagungen durchgeführt. Sie sollen sich durch Allgemeinverständlichkeit bei gleichzeitiger inhaltlicher Exzellenz auszeichnen und so den Brückenschlag zwischen Fachleuten, praktischen Musiker(inne)n und einem interessierten Publikum ermöglichen. Konzerte mit wissenschaftlich aufbereiteten Neueinspielungen werden im Rahmen einer eigenen CD-Reihe ("Klingende Forschung", in Kooperation mit dem Phonogrammarchiv der ÖAW) der Öffentlichkeit angeboten.

Auch in Zukunft wird das Forschungsportfolio der Abteilung Musikwissenschaft des IKM durch Angliederung externer Projekte bereichert und so der hohe Anteil kompetitiv eingeworbener Dritttmittel (FWF – Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung; Land und Stadt Wien; Land Oberösterreich; Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank; Ernst von Siemens-Musikstiftung) ausgebaut.