Interdisciplinary Perspectives (Interdisziplinäre Perspektiven)
Zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte hat wissenschaftliche Grundlagenforschung neue Erkenntnisse in solcher Dichte und Qualität hervorgebracht wie jetzt. Angesichts der noch immer zunehmenden Zahl von Menschen auf der Erde ist dies auch notwendig, um uns und künftigen Generationen zu ermöglichen, mit den beschränkten Ressourcen unseres Planeten auszukommen. Bei der praktischen Anwendung der Ergebnisse der Grundlagenforschung zeigt sich allerdings immer öfter, dass es ohne umfassende Betrachtung nicht gelingt, optimale Lösungen zum Wohl der Gemeinschaft zu finden und Fehler zu vermeiden.
Wenn wir nach Antworten auf derart komplexe Fragen suchen, müssen wir erkennen, dass naturwissenschaftliche Experimente und ingenieurwissenschaftliche Methoden wesentliche Bausteine liefern, dass wir für das gesamte Wissensgebäude und die praktische Umsetzung aber auch Informationen benötigen, die Politik-, Rechts- und weitere Humanwissenschaften bereitstellen müssen. Für Weiterentwicklungen sind somit interdisziplinäre Ansätze unbedingt erforderlich. Das besondere Problem dabei ist, dass es für interdisziplinäre Forschung oft keine Routinemethoden gibt und dass Naturwissenschaftler empirischen Daten mit großem Misstrauen oder geradeheraus mit Ablehnung begegnen. Geisteswissenschaftler wiederum scheitern oft schon an der Terminologie und am Prozessverständnis der Naturwissenschaft.
Die Kommissionen für Interdisziplinäre Ökologische Studien und für Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften möchten mit der neuen Serie "Interdisziplinäre Perspektiven" beitragen, im interdisziplinären Dialog wichtige Probleme der Gesellschaft zu diskutieren und innovative Ansätze zu fördern.
Wien, im Dezember 2011
Die Serienherausgeber:
Viktor Bruckman, Ernst Bruckmüller, Martin Gerzabek,
Gerhard Glatzel, Marianne Popp und Verena Winiwarter.
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Informationen |
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Hans PUXBAUM und Wilfried WINIWARTER (Hg.)
Band 2: Advances of Atmospheric Aerosol Research in Austria
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Aus dem Inhalt
Viele wichtige Eigenschaften der Atmosphäre werden von Aerosolen maßgeblich beeinflusst. Aerosole sind kleine Teilchen in geringen Konzentrationen in einem anderen Aggregatzustand (flüssig oder fest) in der sie umgebenden gasförmigen Luft. Dieser Phasenunterschied ist entscheidend für die Wirkung von Aerosol auf:
Zudem werden luftgetragene Stäube über große Entfernungen transportiert, sind wichtig für die globale Verbreitung von biologisch bedeutenden Spurenstoffen und transportieren präbiotische Strukturen sowie Viren, Bakterien oder Pilzsporen.
Das vorliegende Kompendium stellt die betr ächtlichen österreichischen Beiträge auf diesem relevanten Forschungsgebiet zusammen. Autorinnen und Autoren, meist Mitglieder der Kommission für Reinhaltung der Luft der ÖAW, geben einen Überblick über den Stand der Wissenschaft in Österreich, der weit über die nationalen Grenzen hinaus Beachtung findet. Dargestellt werden Entwicklungsarbeiten zur Messmethodik, Ergebnisse und Interpretationen von atmosphärischen Messungen von Aerosolen ebenso wie Analysen von deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Modellhafte Untersuchungen über die Freisetzung von Aerosolen sowie Möglichkeiten der Verminderung dieser Freisetzung, Modelle zur Simulation der Ausbreitung und der atmosphärischen Konzentrationen sowie der Konsequenzen auf das globale Klima runden das im Kompendium zusammengestellte Bild der österreichischen Beiträge zu diesem Forschungsgebiet ab. Während die Gesundheitsproblematik von Aerosolen die öffentliche Debatte bereits erreicht hat, besteht in der Umsetzung von Minderungsmaßnahmen noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Die Auswirkungen von Aerosolen auf Klima, mit strahlungswirksamen „dunklem“ Aerosol, das wie ein Treibhausgas wirkt, und reflektierenden Aerosolen bzw. veränderter Wolkenbildung aufgrund reichlich vorhandener Aerosolkeime, die der globalen Erwärmung entgegenwirken dürften, sind jedoch noch nicht einmal wissenschaftlich ausreichend erforscht. Dies ist ein wichtiges Thema der kommenden Sachstandsberichte des Weltklimarats IPCC, und hier bestehen weitreichende Möglichkeiten, die bisherigen österreichischen Forschungsarbeiten mit global positiven Auswirkungen weiterzuführen.
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Verena WINIWARTER und Martin H. GERZABEK (Hg.)
Band 1: The challenge of sustaining soils:
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Aus dem Inhalt
Böden erfüllen eine Vielzahl von Funktionen. Sie sind die Grundlage der Nahrungsmittelproduktion und anderen nachwachsenden Ressourcen und haben zahlreiche Funktionen in den Ökosystemen, insbesondere im Wasserkreislauf.
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