SCHULPROJEKT 
 

Geschichte der Naturwissenschaften

für Allgemeinbildende Höhere Schulen




I. Geschichte von Radioaktivität und Kernphysik (1896-1938)

 

Die 1897 entdeckte Strahlung radioaktiver Substanzen führte zur intensiven Erforschung der Radioaktivität und 1938 zur Entdeckung der Kernspaltung.

Radioaktivität und Kernphysik haben das Leben der Menschen im 20. Jahrhundert geprägt.

Eine positive Auswirkung ist die Anwendung der radioaktiven Strahlung in der Medizin; eine katastrophale Konsequenz ist der Einsatz von Kernwaffen.

 

Anhand eines umfassenden Bildarchivs werden folgende Schwerpunkte behandelt:

 

·       Die Entdeckungen von Röntgen, Becquerel, Pierre und Marie Curie

·       Das erste Radiuminstitut der Welt wird 1910 in Wien eröffnet

·       Radioaktivitätsforschung in Österreich

·       Messmethoden aus der Frühzeit der Radioaktivität

·       Erstellung von radioaktiven Standards. (Briefwechsel zwischen Stefan Meyer und Marie Curie, Ernest Rutherford, Otto Hönigschmid, u.a.)

·       Die bedeutenden Zentren: Paris, Wien, Cambridge, Berlin

·       Rutherford dominiert Radioaktivitätsforschung und Kernphysik

·       Frauen erforschen die Radioaktivität – der große Anteil an Wissenschaftlerinnen

·       Radioaktive Präparate in der Medizin

·       Einsatz der Wissenschaft im ersten Weltkrieg

·       Entdeckung der Kernspaltung 1938 (Briefwechsel Otto Hahn-Lise Meitner)

·       Radioaktivität in der internationalen Presse 1897-1938

·       Schüler bearbeiten Originaldokumente aus der Frühzeit der Radioaktivität

·       Forschungsbedingungen

·       Biografien von Becquerel, Marie und Pierre Curie, Debièrne, Irène und Frédéric Joliot-Curie, Rutherford, Soddy, Chadwick, Giesel, Elster, Geitel, Hahn, Meitner, Straßmann, Laue, St. Meyer, Schweidler, Hess, Hevesy, Blau, Paneth, Fermi, Bohr, Pauli  u.a.

 

Im Archiv Radiumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften befinden sich mehr als 3000 Dokumente aus der Frühzeit der Radioaktivität. Diese Dokumente stammen aus dem Nachlass des ersten Leiters des Instituts für Radiumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Stefan Meyer und seiner Nachfolgerin Berta Karlik. Ein Teil dieser Dokumente wird in diesem Projekt verwendet.



II.    Das Entstehen eines naturwissenschaftlich orientierten Weltbildes

im 17. und 18. Jahrhundert

Mikrokosmos - Makrokosmos

 

Das Weltbild des Menschen hat sich im 17. Jahrhundert grundlegend verändert. Wichtige Voraussetzungen waren einerseits Entwicklung und Einsatz von Fernrohr und Mikroskop und andererseits Newtons rational-mathematisch begründetes Weltbild.

 

Anhand eines umfassenden Bildarchivs werden folgende Schwerpunkte behandelt:

 

·       Ablösung vom mittelalterlichen (aristotelischen Weltbild)

·       „Technik“ wird zur Erforschung der Natur eingesetzt - Entwicklung und Anwendung von Fernrohr und Mikroskop, Bau von Sternwarten

·       Newtons Principia - EINE Physik für Himmel und Erde - die Stellung des Menschen im Kosmos

·       Auswirkungen der Aufklärung in den Naturwissenschaften - ein Dialog zwischen Frankreich und England

·       Naturwissenschaften werden Teil der Allgemeinbildung

·       Die Enzyklopädien

·       „Amateure“ in den Naturwissenschaften: Friedrich der Große, Voltaire, Goethe, Swift

·       „Gelehrte Frauen“: Maria Gaetana Agnesi, Laura Bassi, Emilie du Châtelet, Karoline Herschel u.a.

·       Der Mensch in der Mitte zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos - Erweiterung des für den Menschen zugänglichen „Raumes“

·       Fernrohr und Mikroskop - Auswirkungen in der Literatur (Swift, Fontenelle, Voltaire, Casanova u.a.)  Originaltexte für fremdsprachigen Unterricht

·       Newtons Weltbild in der Architektur (Wren, Bouillée, Ledoux u.a.) und in der Malerei (Tiepolo, Klee, Ernst u.a.)

·       Forschungsbedingungen

·       Biografien von Descartes, Galilei, Hooke, Huygens, Kepler, Leibniz, Newton u.a.





III. Auswirkungen der Naturwissenschaften in Literatur, Malerei und Architektur

                    Beispiele aus dem 18. Jahrhundert bis heute

 

 

Tiepolo und Newtons Planetensystem

Turner, die kreisenden Wirbel, die Goetheschen Farben, die platonischen Körper

Sibylla Merian und die Metamorphose des  „Teufelsgetiers“

Kandinsky und die Mikroorganismen

Die Delaunay´s und ihre Kreise

Schlemmer und seine  physikalischen Kostüme

Ernst und seine Maschinen

Calder und der Kosmos

Dalí und die Kernspaltung

Malewitsch,Van Doesburg und die vierte Dimension

Beuys und der Saturn

 

„Wissenschaftsjournalismus“ im 18. Jahrhundert

Swift´s Gulliver und die Marsmonde

Voltaire reist durch den Kosmos - Casanova zum Erdmittelpunkt

Algarotti verfaßt „Newton´s Weltwissenschaft für das Frauenzimmer“

Emilie du Châtelet wendet sich an die Jugend

Friedrich der Große schätzt Luftpumpen und Fernrohre

Goethe verachtet Prismen

Dürrenmatt und Brecht reagieren auf die Spaltung des Uranatoms

 

Revolutions-Architektur und Kosmos

Das erste Kugelhaus

Geometrische Häuser für Ludwig XV und Lina Loos

„Die Kunstformen der Natur“ von Haeckel als Elemente des Jugendstils

 

 

Verbreitung der Naturwissenschaften in „Salons“:

Voltaire und Emilie du Châtelet  in Cirey

Abbé Nollet - Physik als Abendunterhaltung

 

 

 

Dr. Lore Sexl, Kommission für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften