ÉMILIE DU CHÂTELET

 
                 Mathematikerin, Physikerin, Altphilologin, Sängerin

Chatelet - Lempereur

E. Du Châtelet, ca. 1733

Gravur von L. S. Lempereur, Paris, Hérissant


1706 17. Dezember, Geburt von Gabrielle-Émilie Le Tonnelier de Breteuil et Preuilly in Paris, als letztes Kind des Nicolas de Breteuil et Preuilly, „Protokollchef“ Ludwigs XIV und Ludwigs XV und seiner zweiten Frau Gabrielle Anne de Froulay
ab 1712 Ausbildung in Sprachen (Griechisch, Latein, Italienisch, Englisch), in Mathematik und Musik (Klavichord, Gesang)
ab 1718

Übersetzungen von Vergils „Äneis“ und Aristoteles „Politik  und  Ästhetik“ u.a. Ihre Übersetzung der Äneis wird bis heute in den französischen Schulen eingesetzt.

ab 1720 Teilnahme an Reit- und Fechtturnieren, Auftritte als Sängerin und Schauspielerin
1725 Heirat mit dem Offizier Florent Claude Marquis Du Chastelet-Lomont, Gouverneur de Semur (später Châtelet-Lomont)
1726 Geburt der Tochter Gabrielle Pauline
1727 Geburt des Sohnes Florent Louis
1733 Geburt des Sohnes Victor Esprit (Tod im ersten Lebensjahr)
1733

Beziehung zu François Marie Arouet de Voltaire. Von Voltaire angeregt Auseinandersetzung mit der Mechanik und Optik von Isaac Newton

1733/34 Mathematikunterricht bei Pierre Louis Moreau de Maupertuis
1735

Übersetzung und Kommentierung von Bernard de Mandevilles „The Fable of the Bees“ (über die Moral im Staat)

1735-49 Aufenthalt in Schloß Cirey (Lothringen) gemeinsam mit Voltaire. Einrichtung eines Labors mit physikalischen Geräten (vor allem Optik und Mechanik). Gemeinsames Experimentieren mit Voltaire. Intensives Studium der Mathematik. Gäste in Cirey  u.a.: Johann Bernoulli, Alexis Clairaut, Samuel Koenig
ab 1735 Einrichtung eines „wissenschaftlichen und kulturellen Salons“ und Bau eines Theaters in Schloß Cirey, das fünfmal pro Woche bespielt wird. Regelmäßige Besuche in Paris
1736 Drei Kapitel zu Voltaires „Grammaire Raisonné“ (Beziehung zwischen Logik und Sprache)
1737

„Dissertation sur la nature et la propagation du feu“  (Abhandlung über die Natur und die Ausbreitung des Feuers) für die Académie des Sciences

1737-42 „Examen de la Genèse“ (Kritische Auseinandersetzung mit der Genesis)
1738

Intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie von Leibniz

1739

 „Institutions Physiques“ (Physikalische Unterweisungen für ihren dreizehnjährigen Sohn)

ab 1739

Châtelet inspiriert Francesco Algarotti, Kronprinz Friedrich von Preußen und Madame Pompadour, sich mit Naturwissenschaften zu befassen

1741

Auseinandersetzung mit Dortous de Mairan, Sekretär der Académie des Sciences, über die „forces vivantes“ (Definition von Impuls und Energie)

1743 Übersetzung der Institutions Physiques ins Italienische
1745

Beginn der Übersetzung und Kommentierung von Newtons Principia vom Lateinischen ins Französische (bis heute an französischen Universitäten verwendet)

1746

Mitglied der Akademie in Bologna

1746

„Discours sur le Bonheur“ (Rede vom Glück)

ab 1746 Der Mathematiker Alexis Clairaut unterstützt sie bei der Übertragung von Newtons “Principia“
1748 Beginn der Beziehung mit dem Offizier und Dichter Jean-François de Saint-Lambert
1749

4. September, Geburt einer Tochter

1749 9. September Tod in Lunéville

 


 Chatelet - Institutions physiques

“Institutions Physiques“ Titelblatt, 2. Auflage 1742,
Archiv L. Sexl
           

Chatelet - Saint-Aubin

Gabriel-Jacques de Saint-Aubin, 1770
Entwurf für die Skulpturen von Madame Du Châtelet
und François-Marie Arouet de Voltaire,
Paris, Louvre