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Kommission für Quartärforschung

Österreichische Akademie der Wissenschaften

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Projekte 2007

Gemäß dem Forschungsschwerpunkt der Kommission befassten sich die Mitglieder vorwiegend mit klimatologischen Problemen für den Zeitraum vom Mittelpleistozän bis zum frühen Holozän:

Late to Postglacial Evolution of Vegetation (Arbeitsgruppe S. Bortenschlager)

Folgende Projekte konnten abgeschlossen werden:

Mittelpleistozän (Dirk van Husen)

Die Publikation über das Lößprofil Asched soll demnächst abgeschlossen werden.

Eisstände in Höhlen (Arbeitsgruppe K. Mais):

AlpiNet (D. Nagel)

Das EU-Projekt AlpiNet finanzierte die Zusammenstellung von Daten, Höhlen und Freilandfundstellen betreffend, die paläontologisches und archäologisches Material enthalten. Diese Informationen werden im Internet zugänglich sein, um mehr Einsichten in die Besiedelung des Alpenraumes zu erhalten. Kleinere Arbeiten wurden von der Kommission für Quartärforschung finanziert. Das Projekt endete im Juni 2007.

Migration Pattern of Pleistocene Mammals (D. Nagel & G. Rabeder)

Im Jahre 2007 konnte zusätzliches Material des Höhlenbären und der Höhlenhyäne aus dem Natural History Museum (Kent’s Cavern) und aus dem locus typicus Material von Ursus spelaeus "odessanus" aus Helsinki beprobt werden.

Aurignacien von Krems-Wachtberg (Ch. Neugebauer-Maresch)

Schwerpunkt der Arbeiten 2007 war die Fortsetzung des Projektes Krems-Wachtberg (Prähistor. Komm. ÖAW, mit Unterstützung FWF P17258 bis Feb. 2007, seither FWF P19347). Bei den Grabungen 2007 konnte man im Zentrum der freigelegten Fläche eine mehrphasige Feuerstelle von rund 1,5 m Durchmesser freilegen. Um und in diesem Befund wurde eine extreme Fundanreicherung, insbesondere von Knochen- und Holzkohlen festgestellt. Zu den bemerkenswertesten Funden aus diesem Umkreis zählen erstmals der Rest einer tönernen Tierfigur sowie eine menschliche Rippe, mit der nun der Nachweis eines vierten Individuums bei einer Gesamtgrabungsfläche von lediglich rund 30 Quadratmetern gelungen ist.

Datierung von Gletscherständen und hochalpinen Warmzeiten (G. Patzelt)

An gegrabenen Aufschlüssen im Dachsteingebiet konnten Humusprofile unter neuzeitlichen Moränenbedeckungen beprobt werden, die Aufschluss über die Gletscherentwicklungen der Nacheiszeit geben. Nach den bisher gesicherten Ergebnissen zeichnet sich je eine Gletschervorstoßperiode von 16.000 BC und nach 800 BC ab. Von 5000 bis 1.600 BC scheint der Gletscher den Taubenriedl nicht erreicht zu haben und blieb daher kleiner als im Jahre 1920. Ein Gletschervorstoß, der für mehrere Ostalpengletscher für die Zeit um 4.400 BC nachgewiesen ist, hat demnach im Norden des Dachsteins das Ausmaß von 1920 nicht erreicht.

Diese Proben wurden am VERA-Laboratorium der Universität Wien bearbeitet. Frau Prof. Dr. E. M. Wild hat sich in besonderem Ausmaß mit diesem Material befasst, wofür ihr uneingeschränkte Anerkennung und Dank gebührt.

Chronologie, Migration und Systematik von Höhlenbären (G. Rabeder & Mitarbeiter):

Projekt Gudenushöhle-Kremstalhöhlen (M. Pacher)

Beginn der Revision der Tierreste. Zwei erste Datierungsergebnisse von Renknochen ergaben ein Alter von 13025+/-40 BP (VERA-4247) und 12915+/-40 BP (VERA-4248). Die Knochen waren vom Menschen aufgeschlagen worden und erlauben eine genauere zeitliche Einstufung der magdalenienzeitlichen Besiedelung der Gudenushöhle.

Projekt Spätglaziale und frühholozäne Braunbären aus Höhlen im Alpenraum (Döppes Doris/Pacher Martina)

Die spätglazialen/holozänen Braunbärreste aus Höhlenfundstellen des Ostalpenraumes wurden aufgenommen. Proben für radiometrische Datierung und Isotopenuntersuchung (δ13C, δ15N) wurden genommen und an die Labors geschickt.