Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie
der Wissenschaften


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Internationale Degrowth-Konferenz in Venedig

700 TeilnehmerInnen aus 35 Ländern diskutierten über Möglichkeiten alternativer Wirtschaftsformen

Die Philosophie eines unendlichen Wirtschaftswachstums ist inzwischen für viele nichts als eine Ursache für globale Probleme der heutigen Zeit wie Klimawandel, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeiten. Im Mittelpunkt der dritten Degrowth-Konferenz, die von 19. bis 23. September in Venedig stattfand, stand daher die Suche nach nachhaltigen Alternativen zu auf reines Wachstum ausgerichteten Strukturen und Handlungsweisen. Die TeilnehmerInnenzahl hatte sich seit der letzten Konferenz 2010 verdoppelt.

Verschiedene Interessensgruppen vertreten

Besonders war dabei, dass nicht nur WissenschaftlerInnen, sondern auch anderen Gruppen eine Plattform geboten wurde. Unter den Keynote-Speakern, deren Vorträge öffentlich zugänglich waren, befanden sich neben bekannten WissenschafterInnen wie Serge Latouche oder Veronika Bennholdt-Thomsen auch TheologInnen, GewerkschafterInnen und PolitikerInnen.

Workshops, Vorträge und ein Garden of Ideas

Jeder Tag wurde einem der drei Themenbereiche Gemeinschaft, Arbeit und Demokratie gewidmet. Konkret ging es darum, Wissenschaft und Gesellschaft näher zusammenzubringen:  Der Vormittag war wissenschaftlichen Vorträgen gewidmet. Am Nachmittag wurde in Diskussionen und Workshops versucht, weitere Perspektiven für das jeweilige Thema zu eröffnen und Vorschläge für weitere Forschungsarbeiten zu entwickeln.

In einem der Activity-Workshops wurde etwa eine interaktive Degrowth-Map entworfen, um die globalen Aktivitäten zu diesem Thema abrufbar zu machen. Die gesammelten Vorschläge wurden am Ende der Konferenz im sogenannten Garden of Ideas der Öffentlichkeit präsentiert.

Degrowth in einer strauchelnden Wirtschaft

Den Abschluss der Konferenz bildeten die bekannten Degrowth-Forscher Giorgos Kallis und Joan Martínez-Alier. Beide boten nicht nur einen Überblick über bisherige Forschungsaktivitäten, sie betonten auch es müssten rasch Lösungen für anstehende Probleme wie steigende Arbeitslosenzahlen gefunden werden. Außerdem stellte sie die Frage in den Raum, ob und wie mit einer schrumpfenden Wirtschaft Schlüsselforderungen der Degrowth-Community wie Basiseinkommen und sonstige Institutionen eines Wohlfahrtsstaates überhaupt finanziert werden können.

Parallel-Events zur Konferenz waren u.a. öffentlichen Treffen und Debatten, Filme und Buchpräsentationen.

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Degrowth Konferenz 2012

 

03.10.2012
Von: Petra Wächter, Denise Riedlinger

Die Degrowth-Konferenz stand dieses Jahr unter dem Motto “The big transition: Degrowth as a passage of civilization”