In unserer heutigen Informationsgesellschaft ist die ständige Vernetzung eines der neuen Grundparadigmen. Wohin wir auch gehen, wir sind mit unsichtbaren Datennetzen verbunden. Informations- und Kommunikationstechnologien beeinflussen nicht nur unsere soziale, sondern auch die ökonomische und politische Umwelt.
Vernetzte Umgebungen – dieser so abstrakt klingende Begriff formt unseren Alltag und unsere Umwelt bereits mit. Ob in der Medizin, im Energiesektor, im Verkehrswesen oder im Sicherheitsbereich – schon jetzt kommen autonome Computersysteme in unterschiedlichen Lebensbereichen zum Einsatz, um menschliches Handeln zu unterstützen oder Verhalten zu beeinflussen. Konzepte wie Pervasive Computing (dt.: durchdringende Computertechnologien) oder Ambient Intelligence, die vor allem bei mobilen Informationstechnologien angewendet wird, nehmen Gestalt an.
Immer weniger Grenzen zwischen Online und Offline
Vernetzte Technologien und Trends wie Mobile Computing lassen die Grenze zwischen Online und Offline weiter verschwimmen. Einst lokal verarbeitete Daten werden über verteilte Systeme in die Cloud ausgelagert. Entwicklungen im Fahrwasser des Web 2.0, insbesondere Social Network Sites wie Facebook & Co,, verändern soziale Interaktion und Wissensproduktion. Autonome Softwareagenten sammeln und vernetzen Benutzerdaten, um Interaktionen zwischen Mensch und Computer für das sogenannte Semantic Web besser zu interpretieren. Daten aus Suchmaschinen-Abfragen werden dabei genauso ausgewertet wie Kommunikation in den digitalen sozialen Netzwerken.
Autonomie-Verlust als Risiko
Diese Entwicklungen eröffnen vielfältige Chancen zur Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten und für neue Dienste zur Wissensvernetzung. Sie bergen aber auch neue Risiken: etwa den Verlust von Autonomie und eine neue technologische Abhängigkeit als Folge sich selbst steuernder, im Verborgenen agierender Systeme. Die umfassende Vernetzung, der wir heute ausgesetzt sind, kann auch unsere Privatsphäre bedrohen oder unser individuelles Verhalten beeinflussen.
Das ITA beobachtet diese Entwicklungen und analysiert die Auswirkungen ständiger Vernetzung auf die Gesellschaft in einer Reihe von Projekten:
Auch Kinder sind digital vernetztAusgewählte Projekte zum Thema Vernetzte Umgebungen
02/2012
- 01/2015SurPRISE
Überwachung, Privatsphäre und Sicherheit: Das SurPRISE Projekt beschäftigt sich mit der Akzeptanz und Annehmbarkeit von Sicherheitstechnologien
11/2010
- 09/2014Value Ageing
Erhaltung von Europäischen Grundwerten bei Kommunikations-Technologien für ältere Menschen
01/2012
- 06/2015Glokale Suche
Suchtechnologie an der Schnittstelle von globalem Kapitalismus und lokalen sozio-politischen Kulturen
04/2012
- 12/2013Cloud Computing (STOA-ETAG)
Europäische Perspektiven zu Auswirkungen und Potenzialen von Cloud-Computing- und Sozialen-Netzwerk-Diensten
03/2010
- 02/2012Smart New World?
Schlüsselfaktoren für einen gerechtfertigten und akzeptablen Einsatz von intelligenten Stromzählern
01/2012
- 08/2012Geodaten-Nutzung bei mobilen Geräten
Durch Smartphone oder Tablet generierte Daten verraten nicht nur unseren Standort
06/2008
- 05/2011Interaktive Wissenschaft
Der Einfluss des Internets auf die Wissenschaft – ITA-Buch: Cyberscience 2.0
02/2006
- 06/2008PRISE
Leitlinien für die Privatsphäre bewahrende Sicherheitstechnologien in Europa
10/1998
- 12/2002Cyber-Wissenschaft
Die Zukunft der Wissenschaft im Zeitalter der Informations- und Kommunikationstechnologien
