Transdisziplinarität

Der Weg zu einer demokratischen, praxisnahen Wissenschaft führt über den Kreis der ExpertInnen hinaus: Die TA forscht trans-disziplinär: das heißt, sie forscht zu Problemen, die uns alle betreffen, bezieht verschiedene Gruppen in die Studien mit ein und beschränkt sich dabei nicht auf eine bestimmte Disziplin.

Transdisziplinarität gehört heute zum guten Ton in der Wissenschaftspolitik. Aber was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Eine einheitliche oder allgemein überzeugende Definition gibt es nicht, da das Verständnis von der theoretischen Perspektive abhängt.

In der Praxis haben sich drei Sichtweisen bewährt, die je nach Problemstellung kombiniert werden können: die Forschung wird nicht nur interdisziplinär, sondern Disziplinen überschreitend betrieben, sie bezieht auch Nicht-WissenschafterInnen in den Forschungsprozess ein und sie geht von alltagsnahen Problemstellungen aus.

Projekte mit betroffenen Gruppen

In der Wissenschafts- und Technikforschung sowie in der Nachhaltigkeitsforschung hat sich eine Auffassung von Transdisziplinarität durchgesetzt, die sie mit Partizipation gleichsetzt. Diese Forschung ist nicht nur Disziplinen-überschreitend, sondern auch trans-wissenschaftlich. Das heißt: Die Beteiligung von Gruppen und Betroffenen, die außerhalb der Wissenschaft stehen, soll die Relevanz und Akzeptanz wissenschaftlichen Wissens erhöhen. Ziel ist, nicht nur harte Fakten, sondern auch sozial reflektiertes Wissen bereitzustellen.Transdisziplinär forschen bedeutet, anwendungsorientiert und in Form von konkreten Projekten zu forschen.

Transdisziplinarität als Problemlöser

Wissenschaft droht heute aufgrund ihrer Spezialisierung und Zersplitterung in kleinste Arbeitsgebiete für die Lösung drängender Gesellschaftsprobleme irrelevant zu werden. Indem nicht-wissenschaftliches Wissen und alltagsnahe Problemstellungen in den Forschungsprozess eingebracht werden, sollen die Forschungsergebnisse realitätsnäher werden. Gleichzeitig soll diese Form der Kooperation dazu beitragen, das Mitspracherecht der Beteiligten zu erhöhen und die Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft durchlässiger zu machen.

Technikfolgenabschätzung ist transdisziplinär

Inter- und Transdisziplinarität sind heute – gerade in Bereichen wie der Technikfolgenabschätzung, der Nachhaltigkeits- oder der Sicherheitsforschung – Teil des Forschungsalltags. Interdisziplinäre Projekte ergänzen den normalen Wissenschaftsbetrieb. Zwar wird Transdisziplinarität oft als Gegenbegriff zu Disziplinarität verstanden. Wenn wir transdisziplinäre Forschung aber als eine Variante wissenschaftlicher Forschung sehen, bleibt sie auf jene Standards wissenschaftlicher Qualitätssicherung angewiesen, die die einzelnen Disziplinen bereitstellen.

Das ITA beschäftigt sich mit dem Thema Transdisziplinarität auf zwei Ebenen: Wir wollen mit Anspruchsgruppen und Betroffenen kooperieren. Diese Art der Kooperation ergänzen die Formen dialogischer Technikbewertung, die unter dem Titel Partizipative TA laufen. Und – wir beschäftigen uns analytisch-systematisch mit dem aufgezeigten Trend zur Transdisziplinarität und nehmen an der internationalen Debatte dazu teil.

Link

td-net – Network for Transdisciplinary Research 

Das ist der Alttext Ein Problem aus mehreren Perspektiven betrachten