Sicherheit

Im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Unsicherheit spielt der Einsatz von Technologien eine wesentliche Rolle. Sind sie aber wirklich die beste Antwort? Wann fühlen wir uns sicher? Und was brauchen wir tatsächlich, um sicher zu sein?

Nicht erst seit den Terroranschlägen in New York ist Sicherheit ein wichtiger Punkt auf politischen Agenden. Seither wird der Begriff jedoch zusehends zum inflationär genutzten Schlagwort. Immer wieder wird uns vor Augen geführt, dass wir uns vor einer scheinbar allgegenwärtigen Bedrohung schützen müssen.

Wir brauchen mehr Sicherheit – Brauchen wir mehr Sicherheit?

Technik wird in der öffentlichen Debatte häufig als „unfehlbarer“ Garant für Sicherheit dargestellt. Der gesamte Bereich, allen voran insbesondere die Entwicklung und Produktion von Sicherheitstechnologien, wird zu einem großen Teil durch kommerzielle Interessen geprägt. Die “Sicherheitsgesellschaft” ist zu einem einträglichen Geschäft geworden.

Die Überzeugung, Sicherheit sei ein ständig neu anzustrebender Zustand, der vor allem durch technische Innovationen hergestellt werden kann, hat sich zum Standardargument entwickelt. Dabei wird oft vergessen, dass sie tagtäglich durch menschliches Handeln hergestellt wird, und kein absoluter, unantastbarer Begriff ist. So wird auch die Reflexion über individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse eingeschränkt.

Freiheit als Gegensatz

Sicherheit wird also als übergeordnetes gesellschaftliches Gut dargestellt, und scheint mit anderen Werten einer demokratischen Gesellschaft kaum vereinbar zu sein: Freiheit, Privatsphäre und soziale Gerechtigkeit werden dadurch in den Hintergrund gedrängt.

Freiheit ist aber eine Grundvoraussetzung demokratischer Staatssysteme. Nur wenn wir unser Leben nach unseren Vorstellungen entfalten können, kann sich die Gesellschaft als Ganzes weiterentwickeln. Versorgungssicherheit und die Sicherheit vor Bedrohungen sind der Nährboden, auf dem dies möglich ist. Ein moderner Staat sollte daher beides garantieren.

TA zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik

Die TA hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Nebenwirkungen technische Entwicklung hinzuweisen. Wie weit dürfen Präventionsmaßnahmen gehen? Wie stehen die EU-BürgerInnen dazu? Durch die interdisziplinäre Herangehensweise der TA und ihre partizipativen Methoden können bisher getrennte Bereiche und VertreterInnen unterschiedlicher Interessen zusammengebracht werden.

ITA-Projekte zum Thema Sicherheit beschäftigen sich u.a. mit den Beziehungen zwischen Sicherheit, Überwachung und Privatsphäre (Projekt SurPRISE), und einem System zur Entscheidungsunterstützung bei der Anschaffung von Sicherheitstechnologien (Projekt Dessi). Weiter haben wir bei der Entwicklung eines Kriterienkatalogs (Projekt PRISE) für die EU-Sicherheitsforschung mitgewirkt, der die Berücksichtigung von ethischen, normativen und grundrechtlichen Aspekten garantieren soll.

Sicherheit wird tagtäglich von Menschen hergestellt Sicherheit wird tagtäglich von Menschen hergestellt