TA'04 |
Exklusive Technik? |
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Erzwungene Inklusion?! Das Problem, welches ich in diesem Beitrag diskutieren möchte, spiegelt sich in einem kleinen Stück Text wider, den Leopold einem Reader zum Thema "Mehr Sicherheit durch Biometrie?" vorangestellt hat: "Die Menschen machen sich endlich auf, die Einzigartigkeit jedes Menschen anzuerkennen eine Utopie wird Wirklichkeit. So könnte man meinen. Aber in einem völlig anderen Kontext, als dies vielleicht in unserem humanistischen Ideal und unseren vielleicht naiven Vorstellungen erwartet haben: statt um konkrete zwischenmenschliche Anerkennungsverhältnisse auf gleicher Augenhöhe geht es um die Feststellung der Einzigartigkeit in einem hochabstrakten und hochkomplexen technischen Verfahren: und erst wenn das technologische Verfahren die behauptete Identität verbürgt, kann ich vielleicht auf die freie Entfaltung meiner Ich-Behauptung hoffen und meiner Wege ziehen." Seit jenem 9/11 lässt sich zweifelsfrei erkennen, dass man gewillt ist auch unter Preisgabe von Menschen- und Bürgerrechten dem internationalen Terrorismus durch Einschränkung der Bewegungsfreiheit aller (Terroristen) den Garaus zu machen. Biometrie gilt als "key weapon in the fight against global terrorism". Der Visa Reform Act induziert geradezu die Einführung biometrischer Merkmale in die Pässe dies weltweit und bitte schön bis Oktober 2004. Eine visumfreie Einreise in die USA ist künftig nur noch Bürgern aus Ländern möglich, die bis Herbst 2004 die Einführung biometrischer Merkmale beschließen. Kurz nach den Anschlägen wird in Deutschland ein Terrorismusbekämpfungsgesetz verabschiedet, das biometrische Merkmale in Aufenthaltspapieren von Ausländern und allerdings mit Gesetzesvorbehalt auch in Pässen und Ausweisen ermöglicht. Im Juni 2003 verständigen sich die Staatschefs auf einem EU-Gipfel auf einen "coherent approach on biometric identifiers" und "harmonised solutions for documents". Dieser Tage hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung zur Harmonisierung der Sicherheitsmerkmale mit biometrischen "Identifikatoren" in den Pässen der EU-Bürger angenommen. Für Aufenthaltstitel seien Gesichtsbild und Fingerabdrücke vorgesehen, für Pässe soll nur das Gesichtsbild verpflichtend sein. Fingerabdrücke können nach Ermessen der Mitgliedsstaaten hinzugefügt werden, zugleich soll aber vermieden werden, "dass die einzelnen Mitgliedsstaaten Lösungen finden, denen es an Interoperabilität fehlt". Grundsätzliche Fragen Die aufgeworfene Frage der
Interoperabilität ist in diesem Zusammenhang nur eine unter sehr vielen
an ihr wird. zumindest seit Ende der 90er in Standardisierungsgremien
wie NIST und ISO/IEC teils im Verbund mit ICAO oder
Technologie-Konsortien gearbeitet. Nun
grundsätzlicher:
Vorsicht ist geboten, denn mit der Frage der Biometrik rüttelt man an den Grundfesten demokratischer Verfassung: Was bedeutet es, wenn der Bürger vermessen zur Information wird und dabei das allseits notwendige Rollenspiel unter die Räder kommt? |
Fragen der Genetik sind im Hinblick auf
öffentliche Gesundheitspolitik mindestens in folgenden drei Aspekten
relevant: Zum einen im Arzt-Patient-Verhältnis, welches mit sich
verändernden Diagnose- und Thearpiemöglichkeiten neue Anforderungen
an die professionelle Beratungskompetenz stellt, wenn soziale Ungliechheiten
vermieden werden sollen. Zum zweiten in der Forschung, die auf
populationsgenetische Informationen in Gestalt so genannter Biobanken
zurückgreifen will, um Krankheitsbilder zu analysieren und die damit
Fragen im Hinblick auf Schutz der Persönlichkeitsrechte, Zugangs- und
Verwertungsmöglichkeiten aufwirft. Und drittens auf dem Gebiet der
Gesundheitsvorsorge (Generalprävention), wo sich die Frage nach der
Einbeziehung genegtischer Diagnose- und Therapieoptionen stellt. |
Ob Beratung durch ein medizinisches
Call-Center oder persönliche Gesundheitsbetreuung via E-Mail und SMS, ob
Schmerzmanagement mittels Bildtelefon und PC von zu Hause aus oder
Online-Überwachung kritischer Blutwerte durch Mikrosensoren:
Telemedizinische Lösungen für Patienten versprechen unter anderem,
die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und zu
Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen beizutragen. Als weitere wichtige
Zielsetzung wird häufig die Selbstbestimmung der Patienten genannt. Dank
Telemedizin sollen Patienten künftig über mehr gesundheitsrelevante
Informationen und bessere Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen
medizinischen Angeboten verfügen. Ihre Entscheidungsgrundlagen sollen
verbessert und die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit gestärkt
werden. |
Der Vortrag wird am Beispiel der
Urheberrechtsdiskussionen um die Musikindustrie und das wissenschaftliche
Publizieren die sozialen Prozesse skizzieren, in denen die Grenzen zwischen
Märkten und Öffentlichkeiten, zwischen Waren und Nicht-Waren,
zwischen Recht, Technik und Kultur gezogen und verhandelt werden. In Prozessen
der Regulierung und Veränderung von Regulierungen geistigen Eigentums
handeln Wissensgesellschaften ihren Umgang mit den mutmaßlich zentralen
Ressourcen Wissen, Innovation und Innovativität aus wobei sie diese
Ressourcen im selben Prozess erst als solche spezifizieren. |
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Das Internet ist weder "exklusiv" noch
"inklusiv". Für die einen erweitert es die Handlungsspielräume,
andere schließt es von Informations-, Kommunikations-, Transaktions- und
Unterhaltungsmöglichkeiten aus. Wenn die unterschiedlichen Zugangs- und
Nutzungschancen des Internets mit sozialen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung,
Rasse, Einkommen, Alter etc. in Zusammenhang gebracht werden können, dann
spricht man auch von sozialer Ungleichheit. Unter dem Stichwort "digital
divide" werden diese Phänomene in Bezug auf Kommunikationstechnologien und
insbesondere das Internet diskutiert. Dabei geht es in dieser Diskussion nicht
allein um eine momentane Bestandsaufnahme, bei der man zeigen kann, dass z.B.
in Deutschland im Jahr 2003 Frauen nur zu 42,1 % "online" sind und Männer
zu 58,8 %, sondern es geht um die Frage, ob über die Zeit die Ungleichheit
zwischen den sozialen Gruppen zu- oder abnimmt. So stieg die Differenz der
Online-Anteile von Frauen und Männern in Deutschland von 13,7 % im Jahr
2001 auf 16,7% im Jahr 2003. |
Die fortschreitende Miniaturisierung im
Computerbereich trägt maßgeblich dazu bei, dass seit Jahrzehnten
erfolgreich eingesetzte Technologien der automatischen Identifikation aus
Nischenanwendungen heraus Massenmärkte erobern und damit in das
Alltagsleben der Menschen vordringen. Diese Veränderung bringt neue - beim
Einsatz dieser Technologien bisher unbekannte - Gefahren für die
Privatsphäre mit sich, die bei ungenügender Beachtung zu einer
drastischen Änderung im Schutzniveau führen können. Von der
grundsätzlich geschützten Privatsphäre zur grundsätzlichen
Offenlegung der Verhaltensweisen. |
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Ein wichtiges Charakteristikum des heutigen
Internet ist neben seiner kommunikativen Funktion jene als Speichermedium. Eine
Vielzahl sog. "Virtueller Bibliotheken" und online-zugänglicher
Datenbanken aller Art ermöglicht den Zugriff auf eine stetig wachsende und
auf einfache Weise erreichbare Menge an Daten und Informationen.
Link-Sammlungen aber auch generelle und spezialisierte Suchmaschinen und
Webkataloge vereinfachen den Zugang und strukturieren diesen Informationsraum.
Die Zukunft wird vermutlich sophistizierte Hypermedia-Strukturen und immer
besser, d.h. zielgerichteter funktionierende Suchmaschinen bringen. Vor allem
die Vision des sog. "Semantic Web", das auf einer meta-sprachlichen und damit
maschinenlesbaren Beschreibung der Inhalte basieren wird, könnte zu einem
über die Thesauri und Katalogisierungsbemühungen der traditionellen
Bibliotheken weit hinaus gehenden "Wissensnetz" führen. Das "Wissen" der
Menschheit würde somit nur ein paar Mausklicks entfernt allen offen
stehen. Soweit die Utopie. |
Neue Informations- und
Kommunikationstechnologien stehen als Querschnittstechnologien im Zentrum
vielfältiger Analyseansätze. Im ökonomischen Bereich sind es
erwartete Effizienzsteigerungen und Einsparungspotentiale, im sozialen Bereich
wiederum stehen Fragen der Beeinträchtigung der Privatsphäre und des
Digital Divide im Vordergrund. Der Digital Divide muss aber mE neu gedacht
werden: mit Digital Divide wird traditionellerweise ein soziales Problem
soziodemographisch bedingter Ausschlussformen bei der Nutzung neuer
Informations- und Kommunikationstechnologien verstanden. Neu hinzu kommt nun,
dass basierend auf Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen
aufgrund des Verhaltens der Userinnen neue Differenzierungen und
Zugangsbarrieren entstehen. Durch neue Technologien der Datengewinnung,
-speicherung, -aufbereitung und -analyse werden neue soziale Segregationen
möglich, die massive Auswirkungen auf die individuellen Lebenschancen von
Betroffenen haben und ihre freie autonome Entwicklung behindern
können. |
Anknüpfend an die volkskundlich-kulturwissenschaftliche These vom "langen Arm des Real Life'", die zum einen auf die Persistenz sozialer Strukturierung und sozialer Praxis in der Internetnutzung insistiert, zum anderen aber auch darauf verweist, wie die sozialen Gebrauchsweisen des Internet innovativ im Sinne vorfindbarer sozialer Strukturierung, politischer und sozialer Praxen oder entlang bestehender Konzepte alltäglicher Lebensführung (Voß u.a.) beziehungsweise Habitus (Bourdieu) eingesetzt werden, sollen die Prozesse sozialer Exklusion und Inklusion in der Internetnutzung am Beispiel
diskutiert werden. |
Wie alles in der Welt der
Informations- und Kommunikationstechnologie und der Informationsgesellschaften
sind die Open Source- und Free Software-Bewegung vergleichsweise jung: Ihre
historischen Wurzeln liegen in den 1980er Jahren. Nichtsdestotrotz haben sie in
kurzer Zeit erhebliche Wirkungen im Bereich der Softwareentwicklung und auf dem
Markt für Software erzielt. Gezeigt wurde, dass es möglich ist,
hochwertige Programme und ein komplettes Betriebssystem inklusive zahlreicher
Anwendungen durch die hoch verteilte Tätigkeit freiwillig
zusammenarbeitender Menschen zu entwickeln. Auf dieser Basis ist eine
Alternative zu den proprietären Betriebssystemen und Office-Produkten des
Quasi-Monopolisten Microsoft entstanden und neue Bewegung in die
Softwaremärkte hineingetragen worden. |
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