Medizinische Technologien |
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Einführung in HTADie Evaluation medizinischer Technologien,
international gemeinhin unter Health Technology Assessment/ HTA bezeichnet ist
eine Methode der Gesundheitspolitikberatung, die auch in Österreich
zunehmends Aufmerksamkeit erfährt. Eine Einführung in HTA geben
folgende Fragenkomplexe: |
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| Was ist und was kann HTA? | |||||||||||||||||||||||||||||
| Wie wird HTA gemacht (Aspkete und Methoden)? | |||||||||||||||||||||||||||||
| Sind EBM (Evidence Based Medicine) und HTA Gegensätze? | |||||||||||||||||||||||||||||
| Internationale HTA-Institutionen | |||||||||||||||||||||||||||||
| HTA in Österreich | |||||||||||||||||||||||||||||
Was ist und was kann HTA?Vor dem Hintergrund der steigenden Ausgaben für die Gesundheitsversorgung wird in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern das Instrument der Evaluation von Gesundheitsleistungen unter dem Oberbegriff Health Technology Assessment bekannt geworden - zur Steuerung und Regulierung herangezogen. Der (ev. irreführende) Technologiebegriff von Health Technology Assessment/HTA bezieht sich dabei sowohl auf medizinische Interventionen, Verfahren und Methoden, wie auch auf Großtechnologien und technische Geräte. Ziel von HTA ist es, medizinische Interventionen auf ihre tatsächliche Wirksamkeit, ihre angemessene und effiziente Anwendung, auf Qualitätsveränderungen, klinische und organisatorische Auswirkungen, gesellschaftliche Akzeptanz etc. zu untersuchen und deren Diffusion entsprechend zu steuern. In diesem Sinne wird HTA als Analyse- wie Politikinstrument eingesetzt. Da gerade die rasche, unkontrollierte Verbreitung und unzweckmäßig häufige Anwendung von medizinischen Interventionen (Mengenausweitung) zu der Kostensteigerung einen wesentlichen Beitrag leisten, ist das Ziel einer wissensbasierten Bewertung medizinischer Verfahren die Beantwortung folgender Fragen:
Einfluß haben Assessments also auf den medizinisch wie ökonomisch sinnvollen Einsatz von medizinischen Technologien: Sie basieren auf der politischen Maxime, daß der Rationalisierung des Einsatzes der vorhandenen Ressourcen Vorzug zu geben ist gegenüber einer Rationierung der Leistungen. HTAs bieten Entscheidungsunterstützung zur
HTA/Health Technology Assessment, wird in zahlreichen Ländern bereits seit langem erfolgreich eingesetzt, um den konkreten Informationsbedarf von Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen zu decken. HTA gibt Informationen zur
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Wie wird HTA gemacht?HTA ist ein Instrument der Gesundheitspolitik-Beratung: es ist eine Sekundär-Analyse vorhandenen Materials, das zu politikrelevanten Bereichen Wissen aufbereitet. Wo für Entscheidungen wichtiges Wissen fehlt, wird es erhoben. Ziel einer HTA ist, die für die Politik kritischen Punkte wo Handlungs- und Entscheidungsbedarf ist- aufzuzeigen. HTA trägt das Wissen zu folgenden Aspekten natürlich entsprechend der Aufgabenstellung adaptiert zusammen: Im Zentrum stehen immer eine Bedarfsanalyse und Aussagen zur klinischen Wirksamkeit. Klinische Effektivität/Wirksamkeit: HTA macht Aussagen zur Wirksamkeit medizinischer Verfahren unter idealen (efficacy) und realen (effectiveness, outcome) Voraussetzungen. Als Methode dient primär die (systematische) Literatursynthese und -analyse. Die Analyse der Wirksamkeit im realen Umfeld ist auch eng mit organisatorischen Aspekten der Anwendung und mit Aussagen zur Angemessenheit des Einsatzes medizinischer Verfahren verbunden. Diffusion: Ein zentrales Element von HTA ist die Bedarfsschätzung, die Aussagen zur Häufigkeit der Anwendung eines Verfahrens macht und als Basis für Standortplanung dient. Als Methode wird die Analyse epidemiologischer und diagnosebezogener Daten sowie Schätzungen/Erfahrungen von Fachärztegruppen herangezogen. Gesundheitsökonomische Aspekte: Aussagen zu den Kosten, den Nutzen und zum effi-zienten Einsatz von medizinischen Verfahren sind zunächst auf einfache Kostenstellenrechnungen und Vergleichsanalysen, Tarifstrukturanalysen, und/oder die (kritische) Betrachtung vorhandener ökonomischer Evaluationen gestützt. Gegebenenfalls kommen auch aufwendigere Methoden der Gesundheitsökonomie als Primärberechnungen - zum Einsatz. Sicherheit: Aussagen zur Sicherheit einer medizinischen Technologie beinhalten zum einen Fragen der technischen Sicherheit und Wartung zum anderen aber (organisatorische) Fragen der Qualitätssicherung und kontrolle. Als Methode dient vor allem die Analyse der (internen) Qualitätszirkel, bzw. -anforderungen der Fachärztegruppen. Organisatorische Aspekte: Ein wesentliches Element von HTA ist es, Aussagen zur organisatorischen Einbettung eines medizinischen Verfahrens zu machen, da organisatorische Mängel für unnötig häufige oder fehlerhafte Anwendungen mitverantwortlich sein können. Als Methoden kommen Organisations- und Arbeitsablaufanalysen zum Einsatz. Psycho-soziale Auswirkungen: HTA versucht oft/immer auch Aussagen zu den Auswirkungen auf Anwender d.h. deren Akzeptanz, Compliance, Anwendungshabitus etc. zu machen. Als Methode wird die Erhebung von Anwender- und Patientenperzeptionen eingesetzt oder vorhandenes Literaturmaterial ausgewertet. Ethische und legistische Implikationen: Sind widersprüchliche Werthaltungen oder legistische Folgen von medizinischen Anwendungen zu erwarten, wird die Sozialverträglichkeit analysiert. Als Methode kommt die Offenlegung der widersprüchlichen Werthaltungen und ihrer Konsequenzen zum Einsatz. Idealerweise schließt ein Health Technology Assessment mit Politikoptionen, in denen mögliche Handlungswege vorgeschlagen und die entsprechenden Konsequenzen aufgezeigt werden. |
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Sind EBM/ Evidence Based Medicine und HTA/Health Technology Assessment Gegensätze?In einem (theoretischen) Diskurs werden die beiden Arbeitsansätze EBM und HTA oft als Konkurrenten erlebt. In der Realität der gesundheitspolitischen Politikberatung handelt es sich jedoch um komplementäre Ansätze zur Schaffung einer rationalen Wissensbasis für Entscheidungsträger: Eine Unterscheidung zwischen EBM und HTA läßt sich nur anhand des Spektrums der angewandten Methoden und anhand des zu beratenden Zielpublikums vornehmen:
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Internationale HTA-OrganisationenHTA ist ein internationales Aufgabengebiet, d.h. daß über medizinische Interventionen selten nur national "nachgedacht" wird, zumal die Übersicht und Synthese der zahllosen klinischen Detailstudien ein zentrales Element jedweder HTA ist. In zahlreichen Ländern wurden eigene HTA-Institutionen geschaffen, die fast ausschließlich für die nationale Gesundheitspolitik auf internationale HTAs zurückgreifend oder in Zusammenarbeit erstellt Assessments als Planungs- und Steuerungsunterlagen erarbeiten: In Europa (aber auch in Kanada und Australien) stehen die meisten Institutionen den Gesundheitsministerien nahe. (Noch) ausgesprochen selten wie in der Schweiz und den Niederlanden wird das Instrument HTA von den Institutionen der Kostenvergütung (Krankenversicherungen) herangezogen, um Refundierungsentscheidungen zu treffen. In Schweden, den Niederlanden und in Großbritannien sind die großen, d.h. bedeutenden HTA Institutionen etabliert. Die in dem internationalen Zusammenschluß INAHTA (International Network of Agencies for Health Technology Assessment) kooperierenden Institutionen unterscheiden sich im wesentlichen durch ihr Aufgabenspektrum und ihre Kompetenzen. (Liste der Mitglieder)
Eine einer Institutionalisierung von HTA in Deutschland vorgeschaltete Bestandsaufnahme zahlreicher europäischer und außereuropäischer HTA-Institutionen kommt zu folgenden zusammenfassenden Folgerungen zu allgemeinen Tendenzen:
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HTA in ÖsterreichIn Österreich existiert keine vergleichbare Institution, die die systematische Sammlung und Verteilung von evaluativem Wissen zu medizinischen Leistungen zur Aufgabe hat. Gute Gründe sprechen allerdings dafür, evaluatives Wissen, unter dem Obergriff HTA zusammengefaßt, systematisch zu schaffen, zu sammeln und zu koordinieren sowie stärker in gesundheitspolitische Entscheidungen einfließen zu lassen. Ziel der HT-Assessments ist es, den medizinisch wie ökonomisch sinnvollen Einsatz von medizinischen Interventionen zu benennen: Unter der politischen Maxime, daß der Rationalisierung des Einsatzes der vorhandenen Ressourcen, konkret die Verminderung ineffektiver und ineffizienter Anwendungen, anstatt einer Rationierung der Leistungen Vorzug zu geben ist. Zu den wichtigsten Komponenten eines systematischen HTA-Vorgehens gehören:
Für Österreich hat an den entsprechenden HTA EU-Kooperationen bislang ausschließlich das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) teilgenommen, das sich nun seit zehn Jahren mit der Methode des Health Technology Assessment auseinandersetzt. |
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Das HTA-Team des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung
Dazu kommen projektbezogen weitere externe oder interne ExpertInnen.
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... und hier geht es weiter zu den HTA-Projekten des ITA! |
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