Arbeitsschwerpunkte

-Projekt

Interactive Science – Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien; Teilprojekt I: Kollaboratives Wissensmanagement und Demokratisierung von Wissenschaft (06/2008 – 05/2011)

 
Dieses Projekt ist in gewisser Weise ein Nachfolgeprojekt zu Cyber-Wissenschaft (bis 2003).

Viele der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, darunter das World Wide Web, sind im akademisch-universitären Bereich konzipiert und entwickelt worden. Email-Kommunikation, Web-Portale, digitale Präsentationen, Newsletter, Diskussionsforen, Bibliotheken und Repositorien, neuerdings auch Fach-Weblogs und kollaborative Formate der Texterzeugung (‚Wikis’) stellen für viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute eine Selbstverständlichkeit dar. Damit affizieren „neue Medien“ sämtliche Bereiche und Phasen des Erkenntnisprozesses – von der Generierung über die Primärverteilung, Bearbeitung und Publikation bis hin zur Archivierung wissenschaftlichen Wissens.

Für den gegenwärtigen Stand der Entwicklung sind dabei zwei Aspekte charakteristisch. Einerseits werden derzeit in vielen Bereichen Nutzungsformen digitaler Wissenschaftskommunikation erprobt und dynamisch weiterentwickelt, wodurch ein wachsender Pool von Kommunikationsformaten entsteht, aus dem zukünftige Anbieter und Nutzer schöpfen können. Andererseits lassen sich im Hinblick auf die Form und den Umfang der Nutzung dieses Potenzials unterschiedliche Kommunikationskulturen erkennen, die mit der spezifischen Wissenschaftskultur eines Faches oder einer Fächerzone zusammenhängen und sich auch in unterschiedlichen Einschätzungen des Potenzials, der Barrieren und der Probleme bei deren Nutzung zeigen.

Der Forschungsverbund Interactive Science verbindet in multidisziplinärer Perspektive linguistische, medien-, informations- und sozialwissenschaftliche, wissenschaftshistorische und theaterwissenschaftliche Sichtweisen auf dieses Phänomen und fokussiert dabei das interaktive Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien anhand zweier bislang wenig erforschter Aspekte: der kollaborativen und der performativen Dimension wissenschaftlicher Binnenkommunikation. Nachdem die Wissenschaftsforschung in den letzten Jahren vor allem die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse an Dritte (Politik, Wirtschaft usw.) bzw. im Lehrzusammenhang (E-Learning) untersucht hat, steht in diesem Verbund die Kommunikation mittels neuer Medien unter Peers im Zentrum. ‚Cyberscience’ (Nentwich 2003) eröffnet insofern ein Schlüsselthema der Geisteswissenschaft, als die interaktiven Medien effektive, bisher aber meist unterschätzte Generierungs- und Distribuierungspotenziale für die Binnenkommunikation genau wie für den Kommunikationsprozess zwischen Wissenschaft und Fachöffentlichkeiten bereitstellen.

In Interactive Science, so die Arbeitshypothese des Projektzusammenhangs, können technische Potenziale in soziale Reorganisationen umschlagen, wobei die kollaborativen und performativen Züge wissenschaftlicher Tätigkeit deutlicher hervortreten und sich gegenseitig verstärken. Drei miteinander verzahnte empirische Studien zu multimedialen Präsentationen, digital vermittelten Vorträgen und wissenschaftlichen Kontroversen in vernetzten Fach-Communities sowie ein theoretisch-konzeptionell angelegtes Teilprojekt zu übergreifenden Entwicklungstendenzen von ‚Cyberscience’, das auch wissenschaftshistorische Aspekte behandelt, sollen diese Hypothese einer kritischen Prüfung unterziehen. Das ITA wirkt im Teilprojekt I mit:

  • Teilprojekt I: Kollaboratives Wissensmanagement und Demokratisierung von Wissenschaft
  • Teilprojekt II: Wissenschaftliche Präsentationen – Textualität, Struktur und Rezeption
  • Teilprojekt III: Der wissenschaftliche Vortrag und seine digitale Dokumentation und Distribution
  • Teilprojekt IV: Wissenschaftliche Information, Kritik und Kontroverse in digitalen Medien

Projektkoordinator ist das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) der Justus Liebig Universität Gießen; weitere Projektpartner sind Teams rund um Prof. Kuhlen (Universität Konstanz), Prof. Leggewie (Universität Essen) und Prof. Bucher (Universität Trier). Das Projekt wird von der deutschen Volkswagenstiftung gefördert.

Verbundprojektseite: www.wissenschaftskommunikation.info


 

Microblogging-Glossar

ITA-Publikationen zu diesem Projekt

 

KONTAKTPERSONEN:

Michael Nentwich , René König

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