Arbeitsschwerpunkte

Technik und Nachhaltigkeit

 

Ausgangspunkt des Forschungsschwerpunkts „Technik und Nachhaltigkeit“ ist, dass sich moderne Gesellschaften nicht nachhaltig entwickeln, die Forderung nach nachhaltiger Entwicklung aber zunehmend breite Unterstützung erfährt. Dies manifestiert sich in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit konkreten Problemen wie Klimawandel, Ressourcenverknappung oder Energiebereitstellungsengpässen und in den dadurch entstehenden Folgeproblemen. Wenn Nachhaltigkeitsdefizite reduziert werden sollen, müssen der soziale Umgang mit Technik sowie die Rahmenbedingungen in die Betrachtungen einbezogen und verändert werden. Am ITA erforschen und bewerten wir daher nicht nur die möglichen Folgen von Technik, sondern fragen auch nach den Bedingungen, unter denen Technik einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten kann.

Nachhaltige Entwicklung ist ein umfassender ethischer Ansatz, der sowohl die individuelle als auch die gesellschaftliche Entwicklung der Menschen in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess mit natürlichen Systemen berücksichtigt. Die Wertprinzipien, die diesem Ansatz zu Grunde liegen, sind u. a. Generationengerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Risikovermeidung (Vorsorgeprinzip), Ressourcenschonung und die umfassende Einbeziehung der Bevölkerung in politische Entscheidungsprozesse. Nachhaltige Entwicklung erfordert die Integration ökologischer, sozialer, politischer, ökonomischer und technischer Dimensionen in sowohl lokalem wie auch globalem Zusammenhang. Für die Aushandlung der daraus resultierenden Zielkonflikte kommt partizipativen Bewertungsprozessen eine wesentliche Rolle zu. Eine auf Nachhaltigkeit fokussierende TA muss neben fachübergreifender Expertise auch prozedurale Kompetenz anzubieten haben.

Nachhaltigkeitsbewertungen von Technik können dann zu praxisrelevanten Ergebnissen und Empfehlungen führen, wenn sie (auch zukünftige) Nutzungskontexte in die Analyse mit einbeziehen. In welchem Ausmaß eine Technik als nachhaltig zu bewerten ist, hängt ganz entscheidend davon ab, auf welche Art und Weise sie in soziale Nutzungspraktiken und Alltagsroutinen integriert ist. Die Gestaltung von Technik wird so zu einem von TA-Wissen begleiteten und informierten Lernprozess, in den gesellschaftliche Anspruchsgruppen ebenso wie Laien und NutzerInnen von Technik eingebunden sind. In zeitlicher Hinsicht kommen sowohl die gesamte Wertschöpfungskette als auch der gesamte Lebenszyklus einer Technik in Betracht.

Von zentraler Bedeutung ist dabei stets die Frage, wie wissenschaftliche Expertise im Nachhaltigkeitskontext mit partizipativ generiertem Wissen in TA-Studien integriert werden können. Diese Fragestellung soll u. a. an Beispielen von klimarelevanten Technologien und Technologiesystemen, wie Klimatechnik und Nutzung nachwachsender Rohstoffe untersucht werden. In einem weiteren Projekt ist es geplant, unter Beteiligung unterschiedlicher Akteursgruppen sozio-technische Zukunftsbilder für eine nachhaltige Transformation des österreichischen Energiesystems zu entwickeln und konkrete Handlungsmöglichkeiten für kritische Kernfelder aus zu arbeiten. Schließlich sollen Zielkonflikte zwischen technisch-ökonomischer Effizienz und gesellschaftlichen Bedürfnissen im Nachhaltigkeitskontext sowohl konzeptionell als auch an Fallbeispielen wie innovativen Technologien für ältere Menschen untersucht werden.

 

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