Arbeitsschwerpunkte

TA Umwelttechnologien

Die Bewertung von Umwelttechnologien orientiert sich am Konzept der Nachhaltigkeit, das neben der ökologischen auch die ökonomische und die soziale Dimension mit einbezieht. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Zielkonflikte zwischen den einzelnen Dimensionen auftreten, und die sozialen Interessen vielfach hinter technischen und Verwertungsinteressen zurücktreten. Die Arbeiten im Rahmen des vorliegenden Forschungsschwerpunktes beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit dem Sichtbarmachen von Zielkonflikten und der Entwicklung von Handlungsoptionen, sowie der Analyse der Schnittstelle zwischen innovativen Umwelttechnologien und Organisation, um u.a. potentielle Probleme in der Mikroebene aufzuzeigen. Die Zielkonflikte werden anhand eines Kriterienkataloges herausgearbeitet, der im Rahmen des Projektes "TA der Grünen Bioraffinerie" entwickelt wurde. Dieser Kriterienkatalog soll an Hand unterschiedlicher Projekte mit verschiedenen Umwelttechnologien weiterentwickelt und operationalisiert werden. Ziel ist, ein Konzept zu entwickeln, das für verschiedene Technologien adaptierbar/anwendbar ist.

Die Untersuchung von "Clean technologies" in Europa wurde als zweiter Schwerpunkt gewählt. "Clean technologies" gelten seit den 80er Jahren als Symbol für vorsorgenden Umweltschutz. Es sind Technologien, die Umweltprobleme an der Quelle verringern oder vermeiden. "Clean technologies" werden in unterschiedlichen Produktionsbereichen eingesetzt, um vor allem den Stoff- und Energieverbrauch zu reduzieren, Abluft, Abwasser und Abfälle zu vermeiden bzw. Unfallrisiken in der Produktion zu verringern. Dabei dürfen sie im Gegensatz zu nachsorgenden Umwelttechnologien Umweltprobleme weder zeitlich noch örtlich verschieben.
Obwohl diese Technologien durch umweltpolitische, ökonomische und regulatorische Instrumente unterstützt werden, erfolgen Entwicklung und Einsatz langsamer als erwartet. Seit Mitte der 90er Jahren wurden speziell im EU-Raum Bestrebungen zur Harmonisierung von Umwelt-, Innovations- und Technologiepolitischen Aktivitäten verstärkt, die die dringend notwendigen "clean technologies" durch geeignete Maßnahmen unterstützen. Als Beispiele können die Erstellung der IPPC-Richtlinie (kurze Definitionen), die Zusammenfassung der "Best Available Technology REFerences (BREFs) und die Erarbeitung des "Environmental Technologies Action Plan" (ETAP) genannt werden. Im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU wurde deshalb ein Forschungsbereich zur Unterstützung der politischen Entscheidungsfindung errichtet.
Um die politische Entscheidungsfindung in dieser wichtigen Angelegenheit zu unterstützen, wurden am ITA in den letzten Jahren Rahmenbedingungen für einzelne und Gruppen von "clean technologies" untersucht. Innerhalb des Schwerpunktes"Clean Technologies" in Europa (CTE) werden die Forschungsarbeiten amITA zu diesem Thema zusammengeführt. Derzeit werden die Ergebnisse aus dem aktuellen Projekt "Industrial Clean Technologies Diffusion" (CTD) aufgearbeitet, um die Grundlage für zwei internationale Projekte zum Thema "Verbreitung von innovativen Umwelttechnologien" zu bilden. Bis zum Frühling 2004 wird CTE die Vorarbeiten für das EU-Projekt "Policy pathways to promote the development and adoption of cleaner technologies" und das IPTS Projekt "Assessment of air emission impacts of emerging technologies", die im Dezember 2003/Jänner 2004 beginnen, umfassen. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit werden potentielle Szenarien für die Entwicklung von verschiedenen Technologien, die Umweltprobleme an der Quelle vermeiden, entworfen. Dabei werden entscheidende Faktoren für die Entwicklung und Implementierung von innovativen Umwelttechnologien erarbeitet und die Beziehungen zwischen den hemmenden und fördernden Kräften dieser Faktoren untersucht. Die Ergebnisse dieser theoretischen Arbeit werden im Rahmen strukturierter interdisziplinärer Diskussionen mit beteiligten Akteuren in Europa bewertet. Anhand dieser Informationen sollen geeignete Strategien für die Harmonisierung von Umwelt-, Innovations- und Technologiepolitik in Europa geplant werden.

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