Aufgaben und Ziele des ISR

Die wissenschaftliche Aufgabe des Instituts für Stadt- und Regionalforschung besteht in der Dokumentation, Analyse und Interpretation der regionalen, zwischen- und innerstädtischen Disparitäten der Gesellschaft und der Raumnutzung. Die Disparitäten werden dabei als Ergebnis des gesellschaftlichen Handelns in einem gegebenen politischen System interpretiert und aus einer interdisziplinären und international vergleichenden Perspektive heraus untersucht. Die räumlichen Schwerpunkte der Stadt- und Regionalforschung liegen in Wien, Österreich und Europa. Die angestrebte Forschung ist grundlagenorientiert und ohne einen direkten planerischen Verwertungszusammenhang. Im Vergleich zu anderen außeruniversitären Institutionen der sozialwissenschaftlichen Raumforschung definiert diese Grundlagenorientierung die Alleinstellung des ISR.

Die Aufgaben des ISR sind trotz dieser Grundlagenorientierung immer eingebettet in den innerfachlichen und gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Standen bei der Gründung der Vorgängerinstitution (Kommission für Raumforschung und Wiederaufbau, 1946) noch die Fragen einer planvollen und koordinierten Beseitigung der Kriegsschäden im Vordergrund und wurde nach Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit ein Nationalatlas auch als Symbol des neuen Österreich erarbeitet, so rückten mit dem EU-Beitritt Österreichs Fragen des internationalen Vergleichs, der Konkurrenzfähigkeit und der Internationalisierung auf verschiedenen Ebenen in den Vordergrund. Themen wie die Entwicklungspotentiale europäischer Metropolregionen, Kultur als Standortfaktor in einer globalisierten Welt oder die Bedeutung der internationalen Zuwanderung für die europäische Stadtentwicklung sind Ausdruck dieser veränderten politischen Rahmenbedingungen.