"Die
Dynamik ethnischer Wohnviertel in Wien" - Eine sozialräumliche
Longitudinalanalyse 1981 und 2004
Laufzeit
2005 – 2006
Finanzierung
MA 7, Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung,
Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung der
Stadt Wien
Bearbeitung
MMag. DDr. Josef Kohlbacher, Mag. Dr. Ursula Reeger
Zielsetzung
Im Rahmen dieses vom Jubiläumsfonds der Stadt Wien finanzierten Forschungsprojekts wurde die räumliche Verteilung der Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien im Vergleich zwischen den Jahren 1981 und 2005 analysiert.
Ergebnis
Die Analysen der Volkszählungsdaten von 2001 ergaben, dass sich die Kroaten, Serben und Bosnier als größte Herkunftsgruppen nach wie vor auf bestimmte Bezirke und Zählbezirke konzentrieren. In geringen Anteilen sind exjugoslawische Haushalte seit einigen Jahren zunehmend aber auch in Floridsdorf und Donaustadt sowie im Süden Wiens ansässig. Die Wohnkonzentration erweist sich als sehr stabil und besteht bereits seit der Ära der Gastarbeiterzuwanderung in den 1970er Jahren. Sie ist ein Indikator für die langjährige Exklusion der Exjugoslawen von bestimmten Segmenten auf dem Wiener Wohnungsmarkt (vor allem Gemeindewohnungen) sowie für eine bestehende Marginalisierung auf dem Arbeitsmarkt.
Die Gebäudestichprobe umfasste Wohnhäuser in allen Wiener Gemeindebezirken, in denen ein oder mehrere jugoslawische Gastarbeiterhaushalte ansässig waren. Das positive Resultat ist, dass großräumige Zuwandererghettos in Wien zum Unterschied von anderen europäischen Metropolen nach wie vor nicht existieren. Allerdings erwiesen sich die ausgesprochenen „Gastarbeiterhäuser“ bezüglich ihres Bauzustandes und ihrer Bewohnerstrukturen als äußerst persistent. Das heißt, den Gastarbeiterbezirken ist es offensichtlich nicht gelungen, seit 1981 eine grundlegende Imageverbesserung zu erreichen.
Die räumliche Analyse des Bauzustandes der Häuser zeigte, dass das höchste Ausmaß an baulichen Verbesserungen in den Oberschichtwohnbezirken zu konstatieren ist, allen voran in der Inneren Stadt, gefolgt von den bürgerlichen Bezirken Wieden, Döbling, Landstraße und Hietzing. Obwohl auch in den traditionellen Gastarbeiterbezirken etliche Hauseigentümer Investitionen getätigt haben, ist der generelle Bauzustand des dortigen Hausbestandes als erheblich schlechter einzustufen.