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Effiziente Flächennutzung im suburbanen Raum? Nachhaltige Siedlungsstrukturen durch effiziente Nutzung vorhandener Baulandreserven im Biosphärenpark Wienerwald

Finanzierung
MAB - Nationalkomitee

Bearbeitung
MMag. Dr. Robert Musil, Ing. Mag. Peter Pindur

Projektdauer
Juni 2008 bis Mai 2009

Anliegen und Zielsetzung
Der niederösterreichische Teil des Biosphärenparks Wienerwald ist durch beträchtliche Heterogenität gekennzeichnet, die einerseits aus dem unterschiedlichem Ausmaß suburbaner Überprägung, andererseits aus unterschiedlichen Siedlungsformen resultiert. So weisen die Gemeinden entlang der Süd- und Westbahn, insbesondere im Nahbereich der Kernstadt Wien eine ungeordnete Siedlungsentwicklung auf, die zur Entstehung einer dispersen Stadtlandschaft, eines „urban sprawl“ geführt hat. Gegenwärtig scheinen auch die peripheren Wienerwaldgemeinden, die abseits der leistungsfähigen Verkehrsachsen liegen, von diesen Prozessen erfasst zu werden. Da die Wienerwaldgemeinden über zum Teil beträchtiche Baulandreserven verfügen, stellt die Entwicklung einer nachhaltigen und effizienten Siedlungsstruktur eine wichtige Herausforderung für die Raumplanung dar. In welcher Form und in welcher Intensität sollen die darin als Baulandreserve ausgewiesenen Parzellen bebaut werden?

Der methodischer Ansatz dieses Forschungsprojektes basiert auf einem von der niederländischen Raumordnung entwickeltem Konzept, die ABC-Standortplanung. Bei dieser Methode wird die optimale Nutzung von Freiflächen nach einem Bewertungsraster bestimmt, der sich vornehmenlich nach Erreichbarkeitskriterien des öffentlichen Verkehrs sowie des motorisierten Individualverkehrs orientiert. Diese Methode soll für den niederösterreichischen Teil des Biosphärenparks Wienerwald adaptiert werden. Datengrundlage bilden die in dem MAB-Forschungsprojekt „Nachhaltige Suburbanisierung“ entwickelte Bauland-Datenbank. Ziel des Forschungsprojektes ist es die Baulandreserven in den Wienerwaldgemeinden mit einem eigens entwickeltem Bewertungsraster im Hinblick auf eine optimale Flächennutzung zu klassifizieren, wobei drei Dimensionen einfließen sollen: erstens die Erreichbarkeit und Anbindung an das ÖV- und MIV-Verkehrsnetz; zweitens die Wegedistanz in das Ortszentrum und drittens die Bevölkerungsdichte des jeweiligen Siedlungskörpers.

Damit wird der örtlichen Raumplanung des Wienerwaldes nicht nur eine wertvolle Planungshilfe zur Verfügung gestellt. Der Wienerwald wird damit auch seiner Funktion als Modellregion gerecht, in der ein innovativer Ansatz, der in der österreichischen Raumplanung bisher kaum Berücksichtigung gefunden hat, zur Anwendung gebracht wird.