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Nachverdichtung und Nachnutzung in suburbanen Gemeinden als Chance zur Ortskernbelebung?

Laufzeit
September 2010 – April 2011

Finanzierung
Niederösterreichische Landesregierung, Abteilung RU2

Bearbeitung
Prof. Dr. Heinz Fassmann, Dr. Peter Görgl, DI Hannes Huemer


Wenn die Siedlungsentwicklung in suburbanen Gemeinden untersucht wird, sind meist die Neubautätigkeiten am Rande der Gemeinden im Fokus der Forschung. Nur in den wenigsten Fällen schenkt man der Entwicklung in den Siedlungsgebieten der 1950er bis 1970er Jahre Aufmerksamkeit – obwohl der demographische Wandel in diesen Wohngebieten in der nahen Zukunft zwangsweise für Veränderung sorgen wird: Durch das hohe Alter der Bevölkerung, meist die Erbauergeneration, die immer noch in „ihrem“ Einfamilienhaus dort lebt, steht ein Austausch der Bewohner (mehr oder weniger) kurz bevor. Somit stellt sich die Frage, was mit den Gebäuden bzw. Grundstücken passiert, wenn die Erbauergeneration einmal nicht mehr existiert. 

Verschiedene Varianten sind denkbar, die manchmal mehr, manchmal weniger die Struktur der Siedlung beeinflussen: Entweder ziehen die Familienangehörigen nach und leisten nur ein bestimmtes Maß an Sanierungsarbeiten (wenn überhaupt) oder sie vermieten oder verkaufen das Wohnhaus der Eltern, weil sie in den Jahren zuvor schon in ein eigenes, neues Eigenheim investiert haben. Oder aber werden Genossen-schaften, Bauträger und andere Investoren auf diese Gebäude und Grundstücke in relativ innerörtlich-zentralen Lagen aufmerksam und sehen dort Potenzial für verdichteten Wohnbau? Gerade diese letzte Variante hat eine zum Teil massive Nachverdichtung zur Folge, die zugleich Herausforderungen und Chancen für solche Gemeinden bieten – vor allem dort, wo die Grundstückspreise hoch und/oder der Wachstumsdruck hoch ist.

Folgende Punkte werden im Laufe des Projekts beantwortet: a) Analyse der Bestandsentwicklung in ausgewählten Siedlungsgebieten b) Individuelle, lokal spezifische Voraussetzungen für Nachnutzungen oder Nachverdichtung c) Akzeptanz von Nachverdichtung bei der ansässigen Bevölkerung d) Strukturelle und funktionale Konsequenzen der Nachverdichtung e) Rolle von Verwaltung, Politik und Investoren
f) Marktpotenzial potenziell nachzuverdichtender Grundstücke

Die Herangehensweise ist interdisziplinär und beinhaltet neben gängigen städtebaulich-architektonischen Analysen von Siedlungsstrukturen auch eine sozial-räumliche/geographische Herangehensweise: So werden sowohl funktional-infrastrukturelle Zusammenhänge und Konsequenzen von Nachverdichtung und Nachnutzung analysiert, als auch soziale.