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"Gespanntes Nachbarschaftsverhältnis?" - Eine empirische Analyse des interethnischen Zusammenlebens in unterschiedlichen Wohnbaukategorien in Wien

Laufzeit
2005 – 2006

Finanzierung
MA 7, Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien

Bearbeitung
MMag. DDr. Josef Kohlbacher, Mag. Dr. Ursula Reeger

Zielstezung
Das Projekt zielte auf die Analyse der Zusammenhänge zwischen sozialräumlichen Milieus in drei unterschiedlichen Wohnbaubestandskategorien (gründerzeitlicher Wohnbaubestand, Gemeindewohnungen sowie Eigentums- und Genossenschaftswohnungen) und den nachbarschaftlichen Kontakten und Konflikten ab. Es wurden nicht bloß die Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Inländern und Migranten, sondern auch die Interaktionen zwischen Zuwanderern untersucht. Empirische Grundlagen bildeten sowohl Daten der amtlichen Statistik (in erster Linie die Häuser- und Wohnungszählung 2001) als auch 111 halbstandardisierte Interviews.

Ergebnis
Nachbarschaftliche Interaktionen scheinen vor allem für Neoösterreicher sehr wichtig zu sein. 77% von ihnen gaben eine Einschätzung als wichtig ab. Mit einem Anteil von 79% sprachen sich die Mieter von Gemeindewohnungen ganz besonders deutlich für die Wichtigkeit von Nachbarschaftskontakten aus. Das Verhältnis zu den österreichischen Nachbarn wurde von den noch nicht eingebürgerten Ausländern am schlechtesten bewertet wird. 15% gaben diesbezüglich eine Einschätzung als eher/sehr schlecht ab. Ein sehr negatives Nachbarschaftsverhältnis stellt auch im interethnischen Kontext die Ausnahme dar. Nur eine Minderheit von 15% der Österreicher bewertete das Kontaktverhältnis zu ihren ausländischen Nachbarn als schlecht.
Bezüglich der nachbarschaftlichen Konfliktursachen ließen sich Unterschiede zwischen den drei Baubestandskategorien nachweisen. Im gründerzeitlichen Baubestand sind die häufigsten Konfliktursachen kulturelle Unterschiede, Konflikte um gemeinsam genutzte Bereiche, Beschädigungen, Lärm sowie Geruchsbelästigungen. In Gemeindebauten führt Lärm die Konfliktursachen mit deutlichem Abstand an. Sodann folgen Unsauberkeit/Unordentlichkeit sowie Nichtgrüßen/Unfreundlichkeit. Öfter angeführt werden auch Beschädigungen durch Kinder und kulturelle Divergenzen. In Genossenschafts- bzw. Eigentumswohnanlagen führen Auseinandersetzungen um gemeinsam genutzte Bereiche die Konfliktursachen an. Die weiteren wichtigen Konfliktursachen sind nur zu bekannt: Unsauberkeit, Lärm und Gerüche.


 

 

 

 

 

Kohlbacher, J. u. U. Reeger: Gespanntes Nachbarschaftsverhältnis? Eine empirische Analyse des interethnischen Zusammenlebens in unterschiedlichen Wohnbaukategorien in Wien. ISR-Forschungbericht 32. Wien, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2005. ISBN 3-7001-3766-4

Zusammenfassung/Summary

 

Link zum Verlag der ÖAW