"Aus
aller Herren Länder" - Wien als internationale Bildungsmetropole
und Studienort
Laufzeit
2004 – 2005
Finanzierung
Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Referat
Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien
Bearbeitung
MMag. DDr. Josef Kohlbacher, Mag. Dr. Ursula Reeger
Zielsetzung
Dieses Projekt widmete sich der Frage welche ausländischen Studenten an welchen Wiener Universitäten studieren und warum sie sich gerade Wien als Studienort gewählt haben. Die ISIS-Datenbank sowie die Hochschulstatistik des bm:bwk decken den Untersuchungszeitraum von 1955/56 bis 2001/02 ab. Auf der Grundlage von Zeitreihenanalysen wurden Vergleiche der Entwicklung der Zahlen ausländischer Studierender nach Herkunftsregionen und -staaten sowie komparative Analysen Wien versus andere österreichische Universitätsstädte bzw. künstlerische versus wissenschaftliche Universitäten erstellt. Weiters wurde eine eigene Befragung (n = 136) durchgeführt.
Ergebnis
Die Untersuchung hat ergeben, dass der Einzugsbereich Wiens als Universitätsmetropole asymmetrisch ist und primär die Staaten der Europäischen Union, die ostmitteleuropäischen Nachbarländer Österreichs, Exjugoslawien und die Türkei umfasst. Unter den EU-Staaten sind der Distanz- und der Sprachfaktor dafür verantwortlich, dass besonders Deutschland und Italien an den Wiener Universitäten präsent sind. Innerhalb Europas besteht ein West-Ost-Gefälle der Attraktivität von Studienmetropolen. Die Spitzenpositionen des Universitätsstadtrankings nehmen London und Paris ein, gefolgt von Barcelona. Die Europa- und USA-Zentrierung ist bei der Studienstandortwahl stark ausgeprägt. Wien schneidet im Vergleich zwar positiv ab, hat jedoch mit der Barriere der erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse sowie damit zu kämpfen, über keine Eliteuniversitäten zu verfügen. Die Befragungsresultate belegen, dass die Studenten, sobald sie Wien als Stadt einmal kennengelernt und sich an „ihrer“ Wiener Universität eingelebt haben, die Stadt, das Studium, dessen Rahmenbedingungen sowie die Qualität der Lehre sehr positiv bewerten. Die wichtigsten studienbezogenen Gründe für die Wahl Wiens als Studienort sind der Erwerb spezieller Fachkenntnisse, die Erwartung besserer Berufsperspektiven nach Studienabschluss, die gute universitäre Infrastruktur sowie das positive Image Wiens. Wien bietet eine hohe Lebensqualität, soziale Sicherheit, eine gute Infrastruktur und vielfältige Kultur- und Freizeitangebote. Das historische und bauliche Ambiente sowie der Bezug zur Musik wurden ebenfalls hervorgehoben. Kritisiert werden aber das generell hohe Preisniveau, die Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel, die Mieten und der schwierige Zugang zu Stipendien.