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[2010/07] Networks of a Diaspora Society: Indonesian Hadhramis in the Homeland and in Peripheral Regions
Projektleitung: Andre Gingrich
Mitarbeiter: Martin Slama, Johann Heiss
Projektlaufzeit: 01.02.2007 - 31.07.2010
Finanzierung:
FWF (Projekt P19677)
Webseite: >Kurzbeschreibung auf der FWF-Webseite<

Dieses Projekt untersucht die Netzwerke der Hadhrami-Diaspora in Indonesien. Es stellt das Folgeprojekt des Forschungsprojekts "Hadhramis in Indonesia. Ethnic Identity of Yemeni Diaspora Groups Today" dar, das an der Kommission für Sozialanthropologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften, angesiedelt ist. Im Rahmen dieses Vorgängerprojekts wurden in der zentralen Region der Hadhrami-Diaspora in Indonesien, nämlich in Java, sowie in Sumatra und Bali Feldforschungen durchgeführt. Das gegenwärtige Projekt weitet nun seinen Fokus auf periphere Regionen in Indonesien aus, nämlich auf Zentral- und Nordsulawesi (Palu, Gorontalo, Manado), die Molukken (Ternate) und West Irian Jaya (Sorong). Weiters beinhaltet dieses Projekt den Hadhramaut als Forschungsstätte, da das Vorgängerprojekt zeigte, dass die Diasporanetzwerke zwischen Indonesien und dem Hadhramaut an Bedeutung gewinnen.
Dieses Projekt untersucht drei Netzwerke von Beziehungen: Netzwerke, die die Hadhrami-Gemeinschaften mit den lokalen Gesellschaften in Indonesien verbinden, Netzwerke zwischen Hadhramis in Indonesien und dem Hadhramaut, und globale Netzwerke der Hadhrami-Diaspora, wie sie von globalen Medien und Kommunikationstechnologien ermöglicht werden. Theoretisch stützt sich dieses Projekt also auf neuere Ansätze in der Kultur- und Sozialanthropologie, die das Studium von Diasporagesellschaften mit der Untersuchung von aktuellen Globalisierungsphänomenen verknüpfen. Darüber hinaus untersucht dieses Projekt die Konstruktionen der Hadhramis in Indonesien von Homeland und Diaspora, von Zentrum und Peripherie. Zusätzlich zur Erforschung der Integration der Hadhramis in die Lokalgesellschaften als auch ihrer transnationalen Beziehungen beschäftigt sich dieses Projekt mit den Beziehungen innerhalb der Hadhrami-Gemeinschaft in Indonesien, die in zwei Gruppen gespalten ist: die so genannten 'Alawiyyin oder sada, die sich als Nachkommen des Propheten Mohammad sehen und einen traditionellen, vom Sufismus geprägten Islam praktizieren, und jene Hadhramis, die in der modernistisch/reformistisch islamischen Organisation al-Irsyad aktiv sind oder dieser zumindest nahe stehen.
Methodisch basiert dieses Projekt auf der ethnographischen Feldforschung und auf dem Vergleich, der methodologisch reflektiert werden soll. So untersucht dieses Projekt regionale Variationen, indem es die Orte der Feldforschung im peripheren Ostindonesien untereinander und mit den Orten der Feldforschung des Vorgängerprojekts in Java, Sumatra und Bali vergleicht. Thematisch werden die Beziehungen der Hadhramis zur Lokalbevölkerung, ihre transnationalen und ihre internen Beziehungen, nämlich die zwischen den 'Alawiyyin und den Irsyadis, verglichen. Weiters bietet sich ein Vergleich an zwischen der religiösen Praxis der 'Alawiyyin in Indonesien und im Hadhramaut. Die wertvolle Arbeit von HistorikerInnen über die Hadhrami-Diaspora macht es schließlich möglich, zeitliche Variationen zu untersuchen.