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Tribalism, religious radicalization, fossil energy, and the state

Saada 1972Deciphering local power politics in Yemen’s frontier provinces Ṣaʿdah and al-Jawf

Projektleitung: Marieke Brandt
Kooperationen: Universität Wien (Institut für Orientalistik), University of Princeton (Department of Near Eastern Studies), University of London (King’s College), University of Sydney (Faculty of Arts and Social Sciences), Sana’a University, Yemen Polling Center
Projektlaufzeit: 01.11.2015-30.10.2020
Finanzierung:
ÖAW/New Frontiers Research Groups Programme
Webseite: http://www.nfg-yemen.net/

In den vergangenen Jahren ist die weitläufige, entlegene Grenzregion zwischen Jemen und Saudi-Arabien, insbesondere die Provinzen Ṣaʿdah und al-Jawf, zu einer der zentralen Krisenregionen unserer globalisierten Welt geworden. Seit der jemenitischen Einheit 1990 wurde dieses Gebiet zum Schauplatz von komplexen lokalen, nationalen und internationalen Machtkämpfen, die soziale, ökonomische, politische und religiöse Ursachen haben. Diese Konflikte haben sich in den vergangenen Dekaden weitgehend unbemerkt entwickelt und bedrohen heute durch die Involvierung der regionalen Supermächte Saudi Arabien und Iran die Stabilität und Sicherheit der ganzen Region. Ohne die profunde historische, soziale und politische Analyse der jüngeren Geschichte dieser Region würden sich Schlüsselbereiche des Arabischen Frühlings und der Entstehung neuer Bruchlinien zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen und Mittleren Osten unserem Verständnis entziehen.
Dieses Projekt untersucht die sozialen, religiösen, ökonomischen und politischen Veränderungen der letzten Dekaden in den Provinzen Ṣaʿdah und al-Jawf mit den Methoden und Instrumenten der Sozialanthropologie und ihrer benachbarten Disziplinen. Besondere Aufmerksamkeit findet die Rolle lokaler Akteure bei der Implementierung politischer, religiöser und wirtschaftlicher Programme. Das Projekt baut auf einer der ältesten Forschungstraditionen der ÖAW auf – der Erforschung Südarabiens – die mit den berühmten Namen Eduard Glaser, David H. Müller, Walter Dostal und Andre Gingrich verbunden ist. Das Projekt kooperiert mit angesehenen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland, allen voran mit Experten der Universitäten von Princeton, London, Sydney und Sana’a.