Neue Institutsadresse

home ⇛ Projekte ⇛ Abgeschlossene Projekte ⇛ [2010/08] Die Ethik, Politik und Wissenschaft der Tibetanischen Medizin im Exil
[2010/08] Die Ethik, Politik und Wissenschaft der Tibetanischen Medizin im Exil
Projektleitung: Stephan Kloos
Projektlaufzeit: 01.03.2008 - 31.08.2010
Finanzierung:
FWF (Selbstantrag)

Dieses Projekt wird anhand ethnographischer und archivarischer Forschungsmethoden die Rolle Tibetischer Medizin im Exil, nicht nur Gesundheit, sondern auch tibetische Kultur zu erhalten, dokumentieren. Die Forschung wird sich hauptsächlich auf das Tibetische Medizin und Astrologie Institut (TMAI) mit Sitz in Dharamsala (Indien) konzentrieren, welches 1961 mit einem explizit kulturellen Auftrag gegründet wurde. Heute ist das TMAI die größte und profitabelste nicht-religiöse Institution der tibetischen Exil-Regierung, und wird weithin als repräsentativ für tibetische kulturelle Ideale angesehen. Das Projekt wird untersuchen, wie das TMAI seine eigene tibetische Identität – sowie tibetische Kultur an sich – im Exil-Kontext und im Austausch mit moderner Wissenschaft „bewahrt“. Die der Forschung zugrunde liegende Annahme ist, dass das TMAI eine signifikante Rolle im tibetischen Leben im Exil spielt, indem es neue, „ethische“ Formen von Politik und Subjektivität propagiert, die auch in westlichen Demokratien zu beobachten sind. Die geplante institutionelle Ethnographie und kritische Geschichte des TMAI wird untersuchen, wie eine medizinische Institution neue Verbindungen zwischen Ethik, Politik, Wissenschaft, und Staatsbürgerschaft herstellt. Solche Verbindungen sind heute von globaler Relevanz, wie das die rezente Wiederkehr religiöser Tendenzen in Politik und Wissenschaft verdeutlicht. Das vorliegende Projekt trägt daher zu neuen anthropologischen Erörterungen des Lebens im 21. Jahrhundert bei.