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[2015/08] Sahara Connected - Tuareg Transnationalismus

Veränderungen von Raumvorstellungen, Mobilitätsstrategien und Verwandtschaftskonzepten

Projektleitung: Ines Kohl
Projektmitarbeiter: Akidima Effad
Projektlaufzeit: 01.09.2011–31.08.2015
Finanzierung:
FWF (Projekt P23573-G17)
Webseite: http://www.ines-kohl.com/research-projects/sahara-connected/

Sahara Connected untersucht die moderne transnationaler Mobilität der Tuareg in der Sahara und ihre enge Verwobenheit mit Transnationalismus, Kosmopolitanismus und Globalisierung. Das Projekt thematisiert Veränderungen von Raumvorstellungen, neue Mobilitätsstrategien, Konzeptionen von Verwandtschaft und die Entstehung neuer sozialer und räumlicher Netzwerke unter den Tuareg, die als transnationale GrenzüberschreiterInnen charakterisiert werden können.
In den letzten Jahren haben Tuareg einen neuen Handlungsraum zwischen Libyen, Algerien, Niger und Mali etabliert. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen legal und illegal, und die Unterschiede zwischen Handel, Schmuggel und Migration heben sich auf. Tuareg organisieren den Transport, sie stellen die nötige Ausrüstung und sie transportieren Menschen und Waren durch die Sahara. Dieses illegale Grenzgeschäft wird afrod genannt. Die Agenten und Akteure dieses Geschäfts sind transnationale Kosmopoliten: Sie verkörpern eine neue Elite, geben die Richtung für neue Ideen und Entwicklungen vor und prägen damit die moderne Gesellschaft. Anhand dieser transnationalen Kosmopoliten, die im Mittelpunkt des Sahara Connected Projektes stehen, werden die entscheidenden Veränderungen der modernen Tuareg Gesellschaft indentifiziert:
Wir untersuchen die Charakteristika der Trans-Sahara-Wege und gewähren damit eine umfassende Studie und Analyse der transnationalen Bewegungen der Tuareg (afrod genannt), die eine einzigartige Form der Mobilität darstellen. Nachdem ein großer Teil der Tuareg von Verdrängung, Deterritorialisierung und damit auch mit Formen von Hybridizierung betroffen ist, untersuchen wir die Auswirkungen auf veränderte Wahrnehmungen von Raum, und die Interpretation des Konzeptes der „imagined community“ (temust). Schließlich möchten wir die Aktualität traditioneller Konzepte von Verwandtschaft kritisch beleuchten und die Entstehung neuer sozialer und räumlicher Netzwerke untersuchen, die jenseits von Herkunft und Gruppenmitgliedschaft verankert sind.
Methodisch beruht das Projekt auf einem Pluralismus: „multi-sited ethnography“, teilnehmende Beobachtung, Reisen mit den mobilen Akteuren („following the people“, „following the plots“), Sammlung von „life histories“, „comparative analyses“ und visuelle Anthropologie.