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Zentrum Kulturforschungen



Copyright © IKT der ÖAW
Redaktion: J.Feichtinger
Update: C.Hofer
Letzte Änderung: 19.07.2011
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Höfische Repräsentation durch Theater und Fest
Kooperation innerhalb des Zentrums Kulturforschungen
mit der
Kommission für Kunstgeschichte (Hofburg-Projekt, Teilprojekte 16./17. Jh. und 18. Jh.)
Projektbearbeiterin: Andrea Sommer-Mathis
Finanzierung: ÖAW

Fortsetzung:

Denkt man an Theateraufführungen des Wiener
Hofes in der Frühen Neuzeit, so assoziiert man damit fast automatisch das Bild
des Zuschauerraumes des „Theaters auf der Cortina“ während der Aufführung einer
der berühmtesten Barockopern, „Il pomo d’oro“. Diese Illustration wurde so
häufig reproduziert, dass der Eindruck entstand, es handle sich um die
bedeutendste Spielstätte des Kaiserhofes. Dabei fanden in diesem Theatergebäude
nur vier Aufführungen im Zeitraum von zehn Jahren (1668–78) statt – im
Vergleich zur Gesamtzahl der Theaterveranstaltungen am Wiener Hof ein
verschwindend geringer Prozentsatz.
Es ist Aufgabe dieses Projekts, die Spielstätten des Wiener Hofes nicht nur von ihrer
baulichen und funktionellen Entwicklung her zu beleuchten, sondern auch die
dort stattfindenden Veranstaltungen in ihrer inhaltlichen und
repräsentativ-zeremoniellen Bedeutung zu analysieren, dienten doch höfische
Feste und Theateraufführungen weit weniger der reinen Unterhaltung als der
Repräsentation und Demonstration fürstlicher Größe und Macht, der
Glorifizierung des Herrscherhauses und der Manifestation des jeweiligen
Machtanspruchs anderen Dynastien gegenüber. Theater und Fest gehörten zu den
wichtigsten und effizientesten Medien der politischen Kommunikation und
sozialen Interaktion zwischen Herrschern und Beherrschten. Die Selbstinszenierung
war wesentlicher Bestandteil der Herrschaftspraxis und des Herrscherkultes der
Frühen Neuzeit; dies gilt für den Wiener Hof ebenso wie für die übrigen
europäischen Höfe der Frühen Neuzeit.
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