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Copyright © IKT der ÖAW
Redaktion: J.Feichtinger
Update: C.Hofer
Letzte Änderung: 04.08.2011
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Gedächtnis – Tanz – Musik.
Die identitätsstiftende Funktion der Wiener Operette
In Kooperation mit der
Kommission für Musikforschung
Projektleiter: Moritz Csáky
Projektbearbeiter: Stefan Schmidl
Finanzierung: geringfügige Drittmittel (Stadt Wien MA 7 – Wissenschaft)
Projektdauer: 01.01.2007 – 31.12.2011

Fortsetzung:

Die Operette ist vor allem vor dem
Hintergrund kollektiver zeitgenössischer Erfahrungen zu verstehen: der
Erfahrung des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn mit seinen nationalen und
sozialen Spannungen, der entschiedenen Modernisierung und Technisierung seiner
Metropolen, den Krisen seiner Wirtschaft und der Radikalisierung seiner
Ideologien, aber auch den Erfahrungen neuer Wissenschaften (etwa der frühen
Psychoanalyse), der beginnenden Geschlechter-Emanzipation wie einer zugleich
repressiv und promiskuitiv praktizierten Sexualität. Die Operette arbeitete mit
diesen Erfahrungen, entwickelte daraus Codes, normierte repräsentative
Formbestände, und vermittelte diese performativ – teils verbal unterstützt,
teils nonverbal – einem pluralistischen urbanen Publikum. Mit Erfolg: Die
Operette war für das heterogene städtische Publikum der Monarchie derartig
attraktiv, dass diese Gattung durchgehend, auch lange nach dem Zusammenbruch
des Vielvölkerstaates, Zuspruch erfuhr und ein ökonomisches und
weltanschauliches Erfolgsmodell blieb.
Ausgehend von Moritz Csákys Buch Ideologie der Operette und Wiener Moderne wird
versucht, die Verzahnung des heterogenen soziokulturellen Kontextes der
Monarchie und des diskursintegrativen und identitätsstiftenden Formenrepertoires
der Gattung Operette darzulegen – eines Formenrepertoires, das besonders dem
Tanz eine gewichtige Rolle beimaß.
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