Das Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte ist eine Forschungseinrichtung der Geistes- und Kulturwissenschaften, die Grundlagenforschung mit rezenten internationalen Theorieansätzen verbindet.
Ziel der Forschungstätigkeit dieser einzigen ausschließlich transdisziplinär arbeitenden Forschungseinheit der ÖAW ist die Analyse von komplexen kulturellen Systemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zur Herausbildung, Vermittlung und Nutzung von kollektiver Erinnerung und Identität durch Erzählung, Inszenierung und Übersetzung. Das Institut vertritt damit ein Forschungskonzept, das sich den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer durch zunehmend inhomogene, miteinander konkurrierende Identitätskonstrukte geprägten Gegenwart stellt und zur Lösung der drängenden Fragen europäischer Identitäten beiträgt. Das IKT ist dabei mit hochrangigen in- und ausländischen Forschungsinstitutionen vernetzt.
Die Projekte des IKT werden in Teams konzipiert und durchgeführt, deren fachliche Heterogenität transdiziplinäres Forschen nicht bloß ermöglicht, sondern dafür unentbehrliche Voraussetzung ist. Transdisziplinarität basiert nämlich, so Jürgen Mittelstrass, auf jenen Entwicklungen in Wissen und Kultur, die gekennzeichnet sind durch Komplexität, Hybridität, Non-Linearität und Heterogenität. Sie bringt neue theoretische Strukturen, Methoden und Praxisformen hervor. Das IKT nutzt in seinen Forschungen die regionsspezifischen Ressourcen und trägt damit zur Wahrung und Interpretation des kulturellen Erbes in Europa bei. Die Tätigkeit des IKT „zielt auf eine Theorie des Konkreten. Darin liegt ihre Besonderheit und ihr Erfolg.“ (Gotthart Wunberg).
Mit den übergreifenden Leitlinien Gedächtnis – Erzählung, Inszenierung, Übersetzung – Identität folgen die Aktivitäten des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte den theoretischen Konzepten des internationalen kulturwissenschaftlichen Diskurses und entwickeln diese weiter.
Im Rahmen dieser Konzeption setzt das Institut in seinen Grundlagenforschungen folgende Schwerpunkte:
1. Theater in der Habsburgermonarchie
2. Orte des Gedächtnisses – Erinnerungsräume
3. Kulturen des Wissens
4. Translation
Durch das Zusammenwirken von unterschiedlichen Disziplinen – Geschichts-, Literatur-, Translations- und Politikwissenschaft sowie Theatergeschichte – eröffnen sich neue kulturwissenschaftliche Perspektiven.
Mit einem breiten Veranstaltungsprogramm beteiligt sich das IKT am Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Die Aktivitäten des Instituts umfassen folgende Bereiche:
1. Projekte der Grundlagenforschung
2. Internationale interdisziplinäre Konferenzen (einmal im Jahr)
3. Internationale interdisziplinäre Workshops (bis zu drei im Jahr)
4. Jours fixes (monatlich) zu aktuellen Themen des kulturwissenschaftlichen Diskurses (Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses)
5. ernst mach forum (zwei Podiumsgespräche pro Jahr unter Beteiligung von VertreterInnen der Kultur-, Natur-, Medizin- und Technikwissenschaften)
6. Internationales Austauschprogramm
7. Literatur- und kulturwissenschaftliches Komitee der ÖAW und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA)
8. Herausgabe der Zeitschrift Sprachkunst
9. Betreuung von Diplomand(inn)en und Dissertant(inn)en
Mit einem breiten Veranstaltungsprogramm beteiligt sich das IKT am Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die Forschungen des Instituts werden von einem Internationalen Advisory Board kontinuierlich begleitet.